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Mittwoch, 27. August 2014

Marktausblick 27.08.2014:

Es geht weiterhin große Gefahr von der Geldpolitik der amerikanischen (FED) und europäischen Notenbank (EZB) aus. Durch die extreme Niedrigszinsagenda suchen Investoren immer noch zwanghaft nach rentablen Anlagemöglichkeiten. Ins Blickfeld geraten dabei schnell sogenannte High-Yield Anleihen, also Schuldverschreibungen hoch riskanter Unternehmen, die immerhin im Euroraum noch zwischen 5 und 10% abwerfen, gleichzeitig aber ein sehr hohes Ausfallrisiko aufweisen. 

Rainer Sturm  / pixelio.de
In der Theorie ist die Begründung für den Zins eine Entschädigung für das Risiko, hier stehen diese beiden Größen aber nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis. Im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen, die aktuell um die 0,9% Rendite bringen, scheinen die High-Yield Bonds aber immer noch zu verlockend für institutionelle Anleger. Wir erkennen hier also eine deutliche Fehlallokation im Zusammenhang mit den künstlich niedrig gehaltenen Zinsen. Für mich ein weiterer Hinweis auf die zerstörische Kraft der Notenbanken. Man kann nur hoffen, dass mit neuen Formen des Geldes (Geldwettbewerb à la Hayek), sich bald eine neue Ordnung etablieren wird.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt reden wir nur von potentiellen Risiken, doch diese werden schnell real, sobald die Konjunktur wieder Dellen bekommt. Erste Hinweise darauf lieferte gestern das Ifo-Insitut. Deren Geschäftsklimaindex fiel um 1.7 Punkte auf nur noch 106.3 Punkte. Gleichzeitig korrigierten sie ihre Wachstumprognose für Deutschland von 2% auf 1.5%. Wir sind damit noch weit von einer Rezession entfernt. Doch die ersten Unternehmen, die eine Abschwächung der Konjunktur mitbekommen sind jene, deren Investitionsmodelle auf den niedrigen Zinsen basieren. Das zwingt die Notenbanken quasi ihre lockere Geldpolitik beizubehalten mit der sie die Investitionsblase immer weiter aufblähen – ein Teufelskreis.

Erste Hinweise auf einen Anstieg der Zinsen gibt es aus Amerika. Nicht nur haben die Amerikaner eine deutlich geringere Arbeitslosenquote von 5%, vgl. Euroraum fast 12%, sondern auch eine stärkere Inflation von aktuell 2%, vgl. Euroraum 0.4%. Eine baldige Anhebung, wenn auch eine leichte, wäre die logische Konsequenz. Die Stagnation im Euroraum (Italien erst wieder in die Rezession geschlittert) macht eine baldige Kehrtwende der EZB zu höheren Zinsen äußerst unwahrscheinlich.

Was heißt das alles für Anleger?
Sicherheit im Depot macht sich bezahlter als die schnelle Rendite. Durch erhöhte Ausfallrisiken ist es oft rentabler einen geringen Zins (womöglich unter Inflationsniveau) in Kauf zu nehmen um zumindest nominal leichte Zugewinne zu verzeichnen. 
Gold wird auch wieder interessanter, zumindest um es überhaupt erstmal in seine persönlichen Bestände aufzunehmen. Gold wird in Dollar gehandelt, dass macht es gerade bei der zu erwartenden  restriktiveren Geldpolitik der FED attraktiver. 
Ziehen Sie außerdem regelmäßig ihre Stopps an und diversifizieren Sie!

Mittwoch, 20. August 2014

Onlinebroker - Vergleich

Ich möchte folgende Informationen weitergeben. Gerade für Börsenneulinge oder Personen, die überlegen ihr Depot zu wechseln, von Mehrwert. Selbst kann ich v.a. Flatex (beste Konditionen) und Cortal Consors (Komfort und Service) empfehlen. Macht euch am besten selbst ein Bild.

→ Vergleichsseite:
http://www.dtgv.de/nationale-studien/onlinebroker-test-von-konditionen-angebot-und-service.html

→ Sendebeitrag aus N24:
http://www.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/4508384/16-online-broker-im-test.html

Freitag, 15. August 2014

Zum Sinken der deutschen Staatsverschuldung:

In den letzten Tagen war vermehrt die Rede davon, dass die deutsche Staatsverschuldung nun wieder rückgängig sei. Von besonderer Sparsamkeit der Großen Koalition kann aber keineswegs die Rede sein. Dazu brauchen wir uns nur extrem kostenintensive Projekte wie die "Rente mit 63" und die "Mütterrente" anschauen. 

Die einmalige Rückzahlung in Höhe von ca. 30 Milliarden Euro lässt sich wohl im Wesentlichen durch Sondereffekte erklären. So konnten einige Schattenhaushalte, die im Zuge der letzten Finanzkrise gebildet wurden, sich von einigen Papieren trennen, die in ihren Büchern deutlich niedriger bewertet worden sind. Der Schuldenrückgang von etwa 1,5% ist demnach eher auf die zu vorsichtige und deshalb unrealistische Bewertungsmethode der deutschen Bad Banks zurückzuführen. 

Ein wirkliches Sparen bei den Staatsausgaben ist derzeit nicht erkennbar. Wir sollten deshalb weiter damit rechnen, dass die hohe Staatsverschuldung von ca. 80% auch demnächst nicht zurückgeht. Außerdem müssen wir uns weiterhin damit begnügen, dass es über die nächsten Jahrzehnte keine besonderen finanziellen Spielräume geben wird. Gerade für Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Infrastruktur. In Deutschland herrscht immer noch die einhellige Meinung, dass wir von den griechischen und portugiesischen Schuldenproblemen meilenweit entfernt seien und nur die anderen ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten. Von dieser Vorstellung gilt es sich zu verabschieden. Wer für eine Gerechtigkeit zwischen den Generationen eintritt, darf keine unüberwindbaren Aufgaben zurücklassen!