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Dienstag, 24. Dezember 2013

Das Handeln der Zentralbanken 2014

Was hat die FED vor?
Am 18.12 beschloss der Offenmarktausschuss der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve ihre monatlichen Anleihekäufe (Quantitive Easing 3) von 85Mrd.$ auf 75Mrd.$ zu senken. Die Begründung: Gute Arbeitsmarktdaten und eine anziehende Konjunktur in den USA.
Unverändert soll allerdings die Nullzinspolitik bleiben, obwohl die Arbeitslosenquote aktuell bereits bei lediglich 7% ist. Die FED hat darüber hinaus zugesichert, dass selbst bei einem weiteren Absinken der Arbeitslosenquote die niedrigen Zinsen für die nächsten Jahre nicht wieder angehoben werden. Dies dürfte ein deutliches Signal an die internationalen Finanzmärkte sein, dass die Party noch lange nicht beendet ist. Es wird die Blasenbildung (auch im DAX) eher fördern, als behindern. Es gilt deshalb kritisch zu bleiben und seine Stops immer mitzuziehen.
Ich gehe deswegen davon aus, dass wir mittelfristig deutliche volatilere Zeiten erleben werden.


Wie macht die EZB weiter?
Die Europäische Zentralbank befindet sich weiterhin mitten in ihrem OMT-Programm (Outright Monetary Transactions - unbegrenzte Staatsanleihekäufe). Diese Anleihen sollen, um dem Vorwurf der direkten Staatsfinanzierung zu umgehen, nur auf dem Sekundärmarkt erworben werden. Dadurch wird allerdings trotzdem massiv Einfluss auf die Marktkräfte genommen, denn jeder Investor kann sich sicher sein, seine erworbenen Anleihen vor Laufzeitende auch ohne Abschläge weiter an die EZB verkaufen zu können.

Linda Karlsson/pixelio.de
Man muss dazu anmerken, dass es wohl ganz ohne Bedingungen nicht geht, aber es dürfte sich hier eher um Formalia handeln:
Zunächst muss von einem Eurozonen-Mitgliedsstaat beim EFSF/ESM Hilfe beantragt und die Auflagen akzeptieren werden, erst dann unterstützt die EZB die Staatsfinanzierung über Anleihekäufe. Allerdings, wo werden dort die Grenzen gezogen, was passiert genau, wenn der Antragssteller seinen Verpflichtungen nicht oder nur ungenügend nachkommt? Darüber schweigt sich die EZB aus!

Nicht zu vergessen: Zwischen Mai 2010 und Anfang 2012 hat die EZB bereits mehr als 220Mrd. für Staatsanleihen der sogenannten PIIGS-Staaten ausgeben. Das OMT könnte diese Menge noch weit übertreffen. Die EZB geht (auch wegen des fehlenden vorrangigen Gläubigerstatus) sehr hohe Risiken in seinen Bilanzen ein, die im Notfall der Steuerzahler zu schließen hätte!

Der Niedrigstzins bei aktuell 0,25% soll auch für die nächste Zeit uneingschränkt gelten, wenn nicht sogar endgültig auf 0% gesetzt werden. Das Geld fließt also munter an die Banken des Eurosystems, die nicht nur kräftig in die Aktien- und Immobilienmärkte investieren, sondern auch in die Staatsanleihen der Peripherie, ein Beispiel:
Spanische und italienische Banken greifen mehr und mehr auf heimische Staatsanleihen zurück, diese gelten nach den aktuellen und neuen Bestimmungen (Basel III) für das Eigenkapital als risikofrei (haben also denselben Risikostatus wie Bargeld!), d.h. kein zusätzliches Kapital muss hinterlegt werden, die Abhängigkeit zwischen den Banken und ihren Staaten steigt damit → wird einer der Staaten zahlungsunfähig gerät das gesamte europäische vll. sogar weltweite Bankensystem wieder unter die Räder.

Sehr problematisch könnte es werden, wenn sich der Ton von einigen Ministerpräsidenten in Südeuropa noch weiter verschärft:
So fordert Enrico Letta (MP Italien), dass die EZB neben dem Ziel der Preisstabilität innerhalb der Eurozone auch die Wechselkurse im Auge behalten sollte, um die Exporte gerade für südeuropäische Länder in die Welt anzukurbeln. Der Euro/Dollar-Kurs steht momentan bei 1,37€/$. Letta fordert geldpolitische Maßnahmen diesen deutlich abzusenken, er fordert damit offen vorhandene Kaufkraft der Europäer zu senken. Zudem werden immer wieder Töne laut, dass sich neben den Eurostaaten auch Banken direkt beim EFSF/ESM rekapitalisieren können sollen. Damit würden aber ungerechtfertigter Weise die Staatsbilanzen frisiert. Wie sollen somit Risiko und Haftung für eine funktionierende Marktwirtschaft, das heißt auch für ein funktionierendes Europa, wieder zusammengeführt werden?


Samstag, 21. Dezember 2013

EUMA-Indikator DAX: 22.12.2013

Das Marktgeschehen lässt sich momentan an Langeweile kaum überbieten. Der DAX steht nach einer kleinen Korrektur auf die 9000 Punkte nun wieder bei 9400, eine stärkere Abwärtsbewegung hätte ich deutlich spannender empfunden.  Der EUMA-Indikator wird davon nicht profitieren können, dafür war die Korrektur zu schwach. Erst bei EUMA-Werten oberhalb der 2,5 werden Kaufsignale generiert. Der Trend des Deutschen Aktienindex zeigt weiterhin deutlich nach oben, d.h. Werte von 10.000 Punkten und mehr sind für 2014 eher wahrscheinlich, als unwahrscheinlich. Dahingegen wird der EUMA-Indikator sich erst einmal wieder abschwächen.

Für den anhaltenden Aufwärtstrend sprechen das positive Konsumklima und die Arbeitsmarktdaten aus den USA und Deutschland, zudem hört man von der europäischen Peripherie medial gar nichts mehr. Die EZB und die anderen Zentralbanken der Welt halten die Zinsen für Staatsanleihen künstlich niedrig und die Aktienmärkte werden ungerechtfertigt stark mit Liquidität versorgt.


Die nächste Korrektur kommt bestimmt. Doch aktuell eignen sich vor allem trendfolgende Aktienstrategien und keine Umkehrstrategien (u.a. EUMA-Indikator). Diese sind dann besonders erfolgreich, wenn viel Unsicherheit im Markt vorhanden ist und der richtige Preis für ein Wertpapier besonders stark um den "realen" Wert schwankt.
Doch sollte jeder, der momentan im Markt investiert ist, dennoch wachsam sein. Irgendwann ist jede Börsenparty vorbei und die Kurse brechen ein. Klar definierte Ausstiegsregeln können vor zu starken Verlusten retten. 

mit freundlicher Unterstützung von onvista.de