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Mittwoch, 29. August 2012

Update zum EUMA-Indikator

Sie werden sicherlich mitbekommen haben, dass ich meinen selbstentwickelten EUMA-Indikator vor einigen Wochen von meinem Blog genommen habe. Dies tat ich, da meine Arbeit auch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der erweiterten EUMA-Strategie (--> LINK) meinen Ansprüchen nicht genügte. Zwar konnte letztere Strategie starke Backtestergebnisse für die Volkswagen Vorzüge generieren, allerdings neigte sie bei anderen Aktien und Indizes noch zu Fehlern. 

Ich bin immer noch daran hier und da einige Einstellungen vorzunehmen und die Kauf- bzw. Verkaufsbedingungen abzuändern bzw. mir neue Schlüsselindikatoren zu überlegen. Allerdings habe ich mich entschlossen meine Arbeit nicht nur für mich persönlich an meinem Notebook fortzusetzen, sondern meine Blog-Leser bei den einzelnen Veränderungen und Adjustierungen mit einzubinden. Das heißt konkret, dass ich auch meine Beta-Version in den Blog einfließen lassen möchte, unter der Gefahr des Produzierens von Fehlsignalen. Sie werden zunächst also keine vollständige EUMA-Strategie vorfinden können, sondern erste Teilbereiche, wobei diese gar nicht mal so schlecht sind und zumindest als Orientierungshilfe beitragen können.

Seit Juli 2012 hab ich den Code noch einmal wesentlich umgeschrieben, sodass unser deutsche Leitindex (DAX), auf dem auch die Aktienstrategien im Renditevergleich fußen, stärker berücksichtigt ist. Der EUMA-Indikator wird von mir ab jetzt jeden Mittwoch/Donnerstag gepostet und zwischenzeitlich werde ich immer wieder einmal meine neuen Gedanken und Überlegungen zur Auslegung für Kauf- und Verkaufssignale einbringen. 

hier gehts zur neuen EUMA-Indikator Seite:
--> EUMA-Indikator

Montag, 27. August 2012

Aktienstrategien: Renditevergleich KW 34

Zwar hat der Leitindex letzte Woche leicht nachgegeben, doch dies geschah immer noch auf einem sehr hohen Niveau leicht unter der 7000er Marke. Keine der aufgeführten Strategien konnte letzte Woche ein Verkaufssignal produzieren. Lediglich die Sell-in-Summer Strategie (--> Link) und die Bollinger-Bänder Strategie (--> Link) sind schon einige Zeit nicht mehr im Markt investiert. Momentan zeigt das normale DAX-ETF im direkten Vergleich zu den anderen Strategien die beste Performance. Dies liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass der DAX dieses Jahr nach dem August-Crash von 2011 von einem sehr durchschnittlichen Niveau  (5900 Punkte) gestartet ist. Insgesamt ist zu beobachten, dass alle aktiven Strategien ihre Gewinne und Verluste fast im Gleichschritt machen, was jedoch nicht verwunderlich sein dürfte, da alle als Investmentgrundlage den Leitindex heranziehen. Lediglich die unterschiedlichen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte verursachen die unterschiedlichen Renditen im laufenden Jahr 2012.


Samstag, 25. August 2012

Aktuelle Risiken durch ESM und EFSF für Deutschland

Am 12. September erfahren wir vom Bundesverfassungsgericht, ob der ESM dem Grundgesetz entspricht. Erst nach einem erfolgreichen Urteil kann der ESM in Kraft treten, da nur mit Deutschland die erforderliche Mindestrate von 90% des Stammkapitals (700 Mrd. €) erreicht werden kann. Alle anderen Euro-Länder haben den Vertrag bereits durch ihre nationalen Parlamente ratifizieren lassen. Auf Deutschland entfallen für den ESM ganze 190 Mrd. €. Diese Summe würde sich addieren zu den bereits gegebenen EFSF-Garantien in Höhe von 211 Mrd. €, sodass Deutschland im schlimmsten Fall für ca. 400 Mrd. € bürgt.

Folgend nochmal die bereits vergebenen EFSF-Kredite:
Medienberichten zufolge ließen sich Spanien und Italien zusammen nur bis 2014 von beiden Rettungsfonds finanzieren. Darin enthalten sollen 700 Mrd. € für die Tilgung von Altschulden und das Aufkommen für das jährliche Haushaltsdefizit sein. Demjenigen, der die Eurokrise bereits seit 2010 mitverfolgt, wird hier schnell klar, dass sich in einem solch kleinen Zeitraum einschneidende Reformvorhaben überhaupt nicht politisch umsetzen lassen und damit der dritt- und viertmächtigste Euro-Staat nicht wieder an die Kapitalmärkte herantreten kann. Die Kapazitäten der beiden Rettungsfonds reichen also von vorne bis hinten nicht und genau deswegen wird das Aufkaufen von Staatsanleihen angeschlagener Länder wie Italien und Spanien indirekt durch EZB Gelder immer wahrscheinlicher 

--> Mindmap - Eurokrise (s. Geldpolitik)
--> Wer sind die Profiteure einer Inflation? - Wie soll man handeln?

Risiken für alle Nettozahler (u.a. Deutschland, Niederlande, Finnland):

  • Die beiden Rettungsschirme vergeben zwar nur unter Auflagen Kredite an hilfsbedürftige Länder. Sobald das Geld aber einmal geflossen ist, gilt das Prinzip Hoffnung. Der ESM hat keinerlei Befugnisse notwendige Reformen und Sparziele zwingend umzusetzen. Es bleibt also weiterhin sehr wahrscheinlich, dass wir, wie im Falle Griechenlands, mit immer neuen und höheren Forderungen rechnen, bisweilen die Zinsen und Laufzeiten für Kredite senken bzw. verlängern müssen oder ganz zu einer Stundung eventuell sogar einem Schuldenschnitt gelangen. 
  • Der ESM ist außerdem freigesprochen sich jedweder Lizenzierungspflicht zu unterwerfen (Art. 32). Es ist ihm also möglich als Bank gegenüber der EZB aufzutreten und sich unbegrenzt Geld zum Zinssatz von 0.75% zu leihen. Die EZB muss lediglich den ESM als Kreditinstitut akzeptieren. Dies wird aber mit Sicherheit passieren, da auch der Internationale Währungsfonds Zugang zu Notenbank Krediten hat und der ESM dieses Recht ebenfalls in Anspruch zunehmen versucht. Diese Art der direkten monetären Staatsfinanzierung ohne erkennbare Sicherheiten ist der EZB eigentlich verboten. Doch dem politischen Druck hält die EZB leider schon lange nicht mehr stand und unter ihrem Vorsitzenden Mario Draghi ist es nur eine Frage von Wochen bis diese rechtliche Grauzone mit beiden Füßen betreten wird.
  • Die vergebenen Kredite beider Rettungsschirme tauchen nicht in der jeweiligen Staatsverschuldung der Euro-Staaten auf. Dem Bürger und dem Investor gegenüber wird so getan, als sei das Risiko eines Ausfalls nur marginal. Dabei mehren sich die Anzeichen für einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland, der auch öffentliche Gelder betreffen soll. Ähnliche Entwicklungen sind bei den anderen Antragstellern (Irland, Portugal, Spanien, Zypern, Slowenien) ebenfalls mit einzukalkulieren. 
  • Es gibt kein Veto-Recht für Deutschland. Deutschlands Stimmgewicht liegt bei 27%. Laut ESM-Vertrag genügt aber bei Entscheidungen die einfache oder auch qualifizierte (2/3) Mehrheit. Leider geht nicht hervor, wann welche Mehrheit benötigt wird. Doch selbst eine 2/3-Mehrheit könnte Deutschland nicht verhindern.


Montag, 20. August 2012

Aktienstrategien: Renditevergleich KW 33

Die Hausse will kein Ende nehmen. Dabei warnen schon viele Bankanalysten davor, jetzt noch einzusteigen, da die fundamentalen Probleme der Euro-Zone weiterhin ungelöst sind. Wesentlicher Grund für den aktuellen  Bullenmarkt kann nur das viele Zentralbankgeld sein, das über den Umweg der Geschäftsbanken nicht wie geplant im Wirtschaftskreislauf, sondern an der Börse gelandet ist. Sobald sich die politische Lage in Europa weiter zuspitzt und der DAX erste Kursrutsche verkraften muss, werden sich diese Global Player erst einmal zurückziehen und ihr Geld woanders parken. Beste Voraussetzungen also für starke und schnelle Kursverluste. Deshalb an dieser Stelle nochmal: Wer bereits investiert ist, sollte seine Stopps unbedingt anziehen, damit die bisherigen Gewinne gut abgesichert werden können.

Hinweis zur Sell-in-Summer Strategie:
Zur besseren Vergleichbarkeit habe ich den Berechnungszeitraum verändert. Dieser ist nun von Anfang des Jahres 2012 bis Ende Juli 2012, es folgt eine zweimonatige Investmentpause, Anfang Oktober 2012 wird wieder eingestiegen und bis zum Ende des Jahres gehalten. In den vorherigen Renditevergleichen habe ich den kompletten Zyklus, also Oktober 2011 bis Ende Juli 2012, betrachtet. Die Vergleichbarkeit gerade zum normalen DAX-ETF wäre damit nur eingeschränkt möglich gewesen.


Donnerstag, 16. August 2012

Griechenlands Finanzierungstrick

Der griechische Ministerpräsident Samaras wird am 24. August Merkel in Berlin treffen und sich bei ihr dafür stark machen, Griechenland 2 Jahre länger für den Reformkurs Zeit zu geben als bisher geplant. Das heißt konkret die schrittweise Reduzierung des jährlichen Haushaltsdefizits von 2.5% auf 1.5% zurückzufahren und die Ausgabenkürzungen in Höhe von 11.5 Mrd. € für die Jahre 2013/2014 bis 2015/2016 hinauszuzögern.

Westerwelle hat in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass Deutschland für Gespräche mit Griechenland zur Anpassung des Zeitplans für die Reformen bereit sei, dies jedoch im Bezug auf die im Zusammenhang mit den griechischen Wahlen verloren gegangene Zeit. Es kann sich demnach also nur um eine Anpassung von wenigen Monaten, nicht um Jahren handeln. Ähnlich sehen es andere Vertreter des Bundeskabinetts von CDU/CSU und FDP. Deutlich wahrzunehmen ist der Wunsch vieler Bundes- und Landespolitiker eine härtere Gangart gegenüber Griechenland einzulegen.

Momentan hält sich die griechische Regierung mit kurzfristigen Schatzwechseln über Wasser. Anleihen also, die nur eine Laufzeit von wenigen Wochen haben. Diese wurden fast ausschließlich von griechischen Banken gekauft, da sie diese Schatzwechsel durch eine Sonderregelung bei der EZB für neue Kredite als Sicherheit hinterlegen dürfen. Faktisch ist damit bereits eine Staatsfinanzierung durch die EZB gegeben, weil sie letztendlich haften muss. Das geht in Ordnung solange die Sicherheiten auch Sicherheiten sind. In diesem Falle tragen sie meiner Meinung nach eher zur Verschlimmerung und Verschleppung des Problems bei. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass diese kurzfristigen Bonds zurückgezahlt werden, jedoch machen sie einen weiterhin großen Schuldenschnitt, der auch öffentliche Kredite (EZB, IWF, Rettungspakete) betreffen wird, wahrscheinlicher. Deutschlands bisherige Haftung für beide griechischen Rettungspakete beläuft sich auf 37 Mrd. €. Im September braucht der griechische Staat die Auszahlung der nächsten Tranche in Höhe von 30 Mrd. €. Ansonsten droht die Staatspleite und die Entscheidung drängt sich auf, ob Griechenland in der Eurozone verbleiben sollte oder nicht.

Montag, 13. August 2012

Aktienstrategien: Renditevergleich KW 32

Und noch immer bleibt der von mir erwartete Rücksetzer aus. Allerdings geht es nun im Vergleich zur Vorwoche etwas langsamer nach oben. Die 7000er Marke konnte diese Woche nicht gebrochen werden und scheint wie eine magische Verkaufsgrenze zu wirken. Optimisten wie Pessimisten sind demnach in etwa zu gleichen Teilen am aktuellen Marktgeschehen beteiligt. Auch diese Woche warne ich davor, leichtsinnig einzusteigen. Zwar kann der DAX dieses Jahr theoretisch noch bis zu seinem Allzeithoch von 2007 klettern, doch auch nach unten ist viel Luft. 
Das Chance-Risiko-Verhältnis schätze ich bei 1:1.


Sonntag, 12. August 2012

Artikelempfehlung: Wirtschaftswoche

Ein wirklich sehr interessanter Artikel über die ehemalige "Lateinische Münzunion" und die Lehren für die aktuelle Staatsschuldenkrise im Zusammenhang mit der "Euro-Union". Auch hier gilt wieder der wichtige Kernsatz: Keine Währungsunion ohne politische Union.

--> Vom Scheitern einer europäischen Währungsunion (Essay)

Montag, 6. August 2012

Aktienstrategien: Renditevergleich

Und weiter geht der Freudentaumel an den Börsen! Anleger sollten aber die zum Teil hohen Kurse nicht mehr nutzen, um jetzt noch einzusteigen. Momentan geben sich die positiven Meldungen die Türklinke in die Hand: Griechenland kommt wohl mit seinen Sparbemühungen besser voran als zunächst vermutet, der Immobilienmarkt in Spanien zuckt ein wenig und Draghi stellt sich bedingungslos (zumindest wird es darauf hinauslaufen) hinter den Euro. Beste Voraussetzungen also jetzt einzusteigen? - Nein! Die momentanen Entwicklungen sind hauptsächlich charttechnisch motiviert und haben wenig fundamentalen Grund. Die mittelfristigen Aussichten werden bald wieder ins Gedächtnis der Börsianer rücken. Sofern Sie bereits investiert sind, ziehen Sie Ihre Stopps an. Die --> Sell-in-Summer Aktienstrategie hat am 01. August ihr Verkaufssignal gegeben und hält nun bis zum 01. Oktober Cash. Nicht umsonst konnte Sie sich auch diesem Zyklus wunderbar entwickeln (+20.03%).


Mindmap - Eurokrise

Weil es mittlerweile schon etwas unübersichtlich geworden ist, welche Themenbereiche bereits behandelt wurden und wo es noch Ausbaupotenzial gibt, können Sie jetzt mit Hilfe einer interaktiven Mindmap meinen Blog besser durchforsten, als es Ihnen bisher möglich war. Ich hoffe damit etwas zur Übersichtlichkeit beigetragen zu haben!


--> Mindmap - Eurokrise

Sonntag, 5. August 2012

Aktienausblick - Staatsanleihekäufe der EZB

Übersicht:
Die EZB hat unter ihrem italienischen Präsidenten Mario Draghi vor kurzem entschieden, die bereits im Jahr 2011 begonnenen und dann wieder schnell eingestellten Staatsanleihekäufe für Krisenstaaten wie Italien und Spanien wieder aufzunehmen. Grund dafür sollen die hohen Spreads (Zinsdifferenz zwischen Bundesanleihen und Anleihen anderer Euro-Länder) sein, die der Ansicht der EZB nach kaum noch rational begründbar seien, sondern sich nur aus der Angst und Marktpanik erklären lassen würden. Spanien und Italien haben bereits große Reformanstrengungen unternommen, doch die Märkte honorieren diese nicht. Die Zinsen für 10-Jahres-Anleihen beider Länder befanden sich weiterhin auf Rekordniveaus, welche jeden Staat früher oder später in die Pleite schicken. Eine direkte Staatsfinanzierung bleibt wegen der EU-Verträge weiterhin verboten, doch auch über Aufkäufe an den Sekundärmärkten konnte die EZB bereits 2011 schnell zu einer Entspannung beitragen. Dieses Mal sollen die Staatsanleihekäufe jedoch an Bedingungen geknüpft werden. Staaten sollen nur monetäre Unterstützung von der Europäischen Zentralbank erhalten, wenn sie von der EZB als notwendig erachtete Spar- und Reformpakete verabschiedet haben. 
Zu den weiteren Beschlüssen gehört es, dass an den ESM auch in Zukunft keine Zentralbankgelder vergeben werden sollen, selbst falls dieser eine Banklizenz vorzuweisen hätte. Dieser Beschluss kann jedoch jederzeit mit einer einfachen Mehrheit im EZB-Rat wieder geändert werden.


Mögliche positive Entwicklungen:
Wegen der rezessiven Entwicklungen vor allem in Südeuropa, die nach und nach auch die restlichen Euro-Länder erreichen, ist die Deflation, die als solches schlimmere Folgen für die Wirtschaft hat als eine Inflation, weiterhin nicht gebannt. Eine lockerere Geldpolitik der EZB mit neuen direkten monetären Eingriffen könnte eine kommende Deflation im Keim ersticken. Zudem könnte die bloße Ankündigung notfalls mit EZB-Geldern zu intervenieren bereits zu einer Selbstregulation der Märkte führen. So bräuchte die Europäische Zentralbank nur wenig Geld in die Hand zu nehmen, um die Märkte tiefgreifend zu beeinflussen und das allgemeine Zinsniveau für Peripheriestaaten zu senken. Insgesamt vermögen es die gezielten an Bedingungen geknüpften Interventionen am Sekundärmarkt für Anleihen Staatsregierungen für geleistete Anstrengungen zu belohnen, auch wenn diese erst real nach Jahren sichtbar werden.


Mögliche Gefahren:
Interventionen am Anleihemarkt bergen immer das hohe Risiko der Inflation. Niemand weiß heute, ob Anleihen auch zurückbezahlt werden können oder ob es wie im Fall Griechenlands auch bei anderen Euro-Ländern zu Schuldenschnitten kommt. Es scheint fraglich ob die EZB ihren vorrangigen Gläubigerstatus aufrechterhalten kann und will. Falls sie dies beabsichtigt, steigt bei einem Schuldenschnitt zugleich der prozentuale Ausfall für Privatanleger, Banken usw. und lässt deswegen das Zinsniveau eher weiter ansteigen, weil das Ausfallrisiko steigt. Öffentliche Verluste mit Staatsanleihen (EZB, ESM, EFSF) sind also zu gut wie eingeplant. Das Zentralbankgeld findet also nicht wieder zurück und lässt damit die Geldmenge im Umlauf ansteigen, welches Inflation begünstigt. Dadurch entfernt sich die EZB immer weiter von ihrem Mandat der Geldwertstabilität und ersetzt dieses durch ein Mandat der monetären Staatsfinanzierung. 
Außerdem stellt sich mir die Frage, ob die EZB tatsächlich tatenlos zuschauen wird, wenn Regierungen anvisierte Sparziele immer wieder weit verfehlen und ihren Reformplänen nicht nachkommen. Wird es die EZB riskieren, dass Anleihezinsen für Spanien oder sogar Italien auf über 10% steigen? Wohl kaum. Hoffen dürfen wir zwar, dass diese Bedingungen greifen, bauen können wir jedoch nicht darauf.
Es mag politisch sinnvoll sein den Weg der Inflation zu gehen, d.h. Europa als Ganzes durch die Krise zu führen, doch die EZB ist keine demokratisch legitimierte Institution und dennoch  nimmt sie entscheidenden Einfluss auf das Schicksal von Millionen Europäern.

Marktausblick:
Die Entscheidungen Draghis werden die Märkte vorerst nicht abrutschen lassen. Volatile Schwankungen dürften auftreten, da es weiterhin nicht klar ist, wann, wo und in welchem Ausmaß die EZB tatsächlich Staatsanleihekäufe vornimmt. Außerdem erwarten wir alle gespannt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Legalität des ESM ab. Gerüchte über den Ausgang des Urteils dürften sich schon vorher ausbreiten und entsprechend für die Märkte richtungsweisend sein. Nicht vergessen dürfen wir allerdings, dass Aktienkurse sich nicht nur an politischen Entscheidungen, sondern vor allem an zukünftigen wirtschaftlichen Aussichten orientieren. Diese werden für deutsche Unternehmen zunehmend schwächer, denn da ist nicht nur das schwache Südeuropa, sondern auch der schwächelnde Konsum in den Vereinigten Staaten und China. Wer weiß, ob Spanien nicht doch ein eigenes und nicht nur auf die Banken zugeschnittenes Rettungspaket vom ESM benötigt? Alles keine guten Vorzeichen für sorglose Investments.
Anleger sollten jedoch keineswegs Abstand von Aktien nehmen, aber sehr auf die Auswahl achten. Gute Kennzahlen sind ein geringer Schuldenstand, Weltmachtstellung im jeweiligen Sektor, weltweiter Vertrieb (Streuung von Währungsrisiken, Unabhängigkeit von Südeuropa, starker Stand in den USA und Schwellenländern), Innovationsfähigkeit und eine ordentliche Dividendenausschüttung. Letztere ist nicht zu unterschätzen. Anleger, die diese konsequent in ihr Portfolio reinvestierten, konnten trotz volatiler Aktienkurse  langfristig überdurchschnittliche Gewinne einfahren. Achten sie auf die relative Höhe der Aktienkurse. Kaufen Sie nie zu teuren Kursen, weil sie Angst haben eine Rallye zu verpassen. Damit folgen Sie der Gier und nicht rationalen Entscheidungen!