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Freitag, 25. Mai 2012

Droht uns der Börsenkollaps? - Eine Einschätzung (Teil 1)

Nun ist es passiert. Die Griechen müssen tatsächlich noch einmal den Gang zur Wahlurne am 17. Juni 2012 wagen. Wie wird es dieses Mal ausgehen? Gelingt es dem griechischen Volk gegenwärtiges Leid im Austausch für eventuellen zukünftigen Wohlstand anzunehmen? Vielleicht sogar nur für den Wohlstand der nächsten und nicht der eigenen Generation? Kann es überhaupt einem Volk gelingen? Die deutschen Leitartikel-Redakteure wollten in den letzten Wochen die Griechen im Speziellen für das Wahlergebnis verantwortlich machen. Aber hätten wir Deutschen tatsächlich in einer solch prekären wirtschaftlichen Situation anders reagiert? 


Ich bezweifle es stark. Denken wir nur an die Verhältnisse zu Weimarer Zeiten zurück. Viele Stimmen für die damaligen Kommunisten und Nazis kamen von "wirtschaftlich verunsicherten Personen". Armut führt zwangsläufig zu Radikalität. Der Mensch ist dazu veranlagt in (sehr) schwierigen Zeiten auf eine "Alles-oder-Nichts-Strategie" zu setzen. Gerade deshalb dürfte uns daran gelegen sein, Europa und vor allem Kerneuropa sicher durch die schwierige Zeit zu führen. Ein Zurück zu autonomen Nationalstaaten hätte einen immensen politischen Machtverlust im weltweiten Zusammenspiel der Großnationen für jeden einzelnen europäischen Staat zur Folge. Nur zusammen können wir ein Gewicht bilden, das traf Mitte des 19. Jhr. auf die deutsche Kleinstaaterei zu und das trifft heute auf die im weltweiten Vergleich relativ kleinen Nationalstaaten Europas zu!


Mein Bauchgefühl sagt mir jedoch, dass die Griechen sich für die beiden Austeritätsbefürworter "Nea Dimokratia" und "Pasok" entscheiden werden, die zusammen die Regierung mit mehr als 150 Sitzen im Parlament bilden können. Ein Grund für meine Einschätzung ist, dass viele Griechen einen solch starken Links- und Rechtsrutsch nach den Parlamentswahlen vom 06. Mai 2012 nicht erwartet haben. Vor allem sind ihnen die massiven Konsequenzen für die Verweigerung weiterer Sparmaßnahmen nicht bewusst gewesen. Wie sonst hätte das Linksbündnis "Syriza", dass offiziell für einen Verbleib in der Eurozone eintritt aber weder von der Fortführung des Schuldendienstes noch von weiteren Einsparungen etwas wissen möchte, 16.78% erreichen und damit zweitstärkste Kraft werden können? Dass Griechenland den Euro braucht um nicht auf einen Schlag in katastrophale wirtschaftliche Verhältnisse abzurutschen ist sicher, das sehen auch 78% der Griechen so (Meinungsforschungsinstitut: Kapa Research). Deswegen halte ich es für wahrscheinlicher das am 17. Juni die Vernunft siegen wird.


Aktuellen Umfragen zufolge existiert aber immer noch eine Pattsituation zwischen beiden Lagern. Mal liegt "Syriza" vorne mal "Nea Dimokratia". Das griechische Wahlrecht vergibt an die prozentual stärkste Partei noch einmal 50 Extrasitze, deswegen können auch minimale prozentuale Unterschiede zwischen dem Ersten und dem Zweiten massiven Einfluss auf den zukünftigen Kurs haben. Es bleibt also bis zuletzt spannend.


Viel hängt außerdem von dem anvisierten europäischen Fiskal- und Wachstumspakt ab. Viel Hoffnung mache ich mir aber nicht, weil das Übel vor allem in ausgelassen Strukturreformen und weniger in nicht verfügbaren Kapital begründet liegt. Hier fehlt leider Gottes die politische Union und damit die politische Durchsetzungskraft bis in die letzte Instanz. Dies zu erreichen kostet zum einen viel politische Überwindungskraft, weil kein Staat zu kurz kommen möchte, und zum anderen sehr viel Zeit, also eher gegen Ende dieser Dekade. Hoffen wir das beste im Sinne eines starken Europas!


Hier gehts zum:
--> Droht uns der Börsenkollaps? - Eine Einschätzung (Teil 2)

Donnerstag, 17. Mai 2012

Aktienstrategie: ETF-Sparplan

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1990 (Oktober) bis Ende 2011: 2.11%

Damit keine Börsengebühren beim Handel auftreten, können Sparpläne bei den meisten Brokern (oft auch kostenlos, wie in diesem Beispiel) angelegt werden. Heute wollen wir uns um den ETF-Sparplan für den DAX kümmern.

Anwendung:
Für diese Aktienstrategie wird jeden Monat ein bestimmter Betrag (frei festzulegen) an den Broker überwiesen, mindestens jedoch 25€. Dieser Betrag hat auf die prozentuale Rendite keinen Einfluss, wohl aber auf den letztendlichen Portfoliowert, sprich den Gewinn. Der Broker kauft von diesem monatlichen Beitrag DAX-ETFs. Das Kürzel ETF steht hierbei für "Exchange Traded Funds", also börsengehandelte Fonds. In unserem Fall bildet dieser Fonds einen Index, nämlich den DAX nach. Auf welche Art und Weise dies geschieht, würde den Rahmen dieses Posts sprengen und ist auch nicht weiter von Belang für den normalen Anleger.

Beschreibung:
Einen Index nachzubilden hat verschiedene Vor- und Nachteile, denn dieser besteht immer aus einer Gruppe von Aktien, die dazu auch noch unterschiedlich gewichtet sind (s. DAX-Wikipedia). Man geht allgemein hin davon aus, dass eine Streuung der Investments, also eine Verteilung auf verschiedene Unternehmensaktien, das Risiko des Wertverlustes, aber auch der Wertsteigerung vermindern kann. Freilich gibt es immer wieder Phasen, in denen alle Aktien des jeweiligen Index steigen oder fallen. Dies tritt vor allem dann ein, wenn positive bzw. negative Faktoren, die für die meisten Unternehmen von Belang sind, sich verstärken oder abschwächen. Solche Faktoren sind zum Beispiel [Währungsschwankungen, Rohstoffkosten (insbesondere Öl, Metalle, Nahrung), Liquidität der Banken, Leitzinsen usw.]. Im DAX sind die 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen vertreten. Dieses Faktum sorgt für zusätzliche Sicherheit. Diese Unternehmen erwirtschaften meist solide Erträge im Gegensatz zu manchem Pennystock und stehen wegen ihrer Bedeutung ständig in der Öffentlichkeit.

Vorteile:
Man braucht sich keine großen Gedanken um Umschichtungen des eigenen Portfolios zu machen und muss sich auch nicht ständig mit den neusten Börsennews versorgen. Eine ungefähr gleichmäßige Entwicklung ist durch den Index, bestehend aus 30 Unternehmen gegeben. Das monatliche Einzahlen sorgt für eine zusätzliche Risikoverminderung, da man den durchschnittlichen Einkaufspreis in Abschwungphasen verringern kann. Man kommt also auch schneller wieder in die Gewinnzone. Umgekehrt bedeutetet es aber auch, dass Käufe zu aktuellen Höchstständen oft erst nach einiger Zeit die Gewinnzone erreichen und dies den durchschnittlichen Einkaufspreis wieder nach oben treibt. Zudem haben die meisten Menschen keine 10.000€ auf der hohen Kante, sodass ein vernünftiger Sparplan zur langfristigen Vermögensansammlung durchaus seine Berechtigung finden kann.

Nachteile:
Als wesentlichsten Nachteil bei dieser Aktienstrategie betrachte ich die Renditemöglichkeiten. Wer viel Sicherheit möchte, muss auch immer auf mögliche Ertragschancen verzichten können. Die beiden Sprichwörter: "Sicherheit hat seinen Preis" und "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" haben an der Börse eine ganz besondere Bedeutung. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von nur 2.11% wird der ETF-Sparplan von manchem Tagesgeldkonto oder Staats- bzw. Unternehmensanleihe bei geringerer Risikostruktur geschlagen. Inflationsbereinigt ist die Rendite sogar fast weg, da die durchschnittliche Inflation (Geldentwertung) in Deutschland von 1990 bis heute 2.0% betrug.

Fazit:
Wer dennoch davon ausgeht, das die deutschen Weltkonzerne weiterhin ganz oben mitspielen werden, für den dürfte sich ein ETF-Sparplan eventuell bezahlt machen. Es ist immerhin noch besser als sein Geld auf dem Bankkonto ungenutzt liegen zu lassen. Ein weiterer Tipp besteht darin, während Wirtschaftskrisen den monatlichen Einzahlungsbetrag drastisch zu erhöhen und während wirtschaftlicher Höchstphasen den Betrag unter einen vorher festgelegten Durchschnittsbetrag zu reduzieren. So können höhere Renditen ermöglicht werden.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ Strategie - ETF Sparplan 1990 - 2012
→ Strategie - ETF Sparplan 2012
→ Strategie - ETF Sparplan 2013

* nach Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag

Montag, 14. Mai 2012

Aktienstrategie: MACD-Indikator - Rendite Real

Das Entlarven der traumhaften angeblichen Renditen verschiedener Aktienstrategien geht weiter. Heute nehmen wir uns der MACD-Strategie an. Sie ist prinzipiell eine mathematisch sehr schöne Strategie und läuft in Trendmärkten erfahrungsgemäß auch besser als Strategien gleitender Durchschnitte (200, 38 usw.), dennoch fressen auch hier die zu entrichtenden Steuern und die Börsengebühr einen Großteil der Rendite auf.
Die Netto-Rendite stets im Blickfeld zu haben ist wichtig, denn nur die Netto-Rendite verbleibt auch tatsächlich im eigenen Geldbeutel, denken Sie daran!

hier gehts zum Post:

Griechische Parlamentswahlen

Vorbei scheint erst einmal der Traum, den DAX so schnell wie möglich zu überholen. Das amtliche Endergebnis des griechischen Innenministeriums für die Wahlen am Sonntag vergangener Woche führte wieder zu einem Ausverkauf an den europäischen Börsen. Die Angst reagiert wieder den Markt und nach nun drei gescheiterten Koalitionsgesprächen scheinen Neuwahlen mehr als wahrscheinlich. Diese könnten dann Anfang Juni stattfinden, also kurz bevor Ende Juni die vorläufigen Zahlungen des IWFs und des EFSFs von den internationalen bzw. Euro-Partnern bestätigt werden müssten. 
Gegenwärtige Umfragen lassen vor allem die linksradikale Partei „Syriza“ stark erscheinen. Falls es diesen gelingt die „Nea Dimokratia“ als stärkste Partei abzulösen (prozentualer Unterschied letzten Sonntag: 2.07%) dann wird ein Euro-Austritt der Griechen höchst wahrscheinlich, denn nach griechischem Wahlrecht bekommt die stärkste Partei noch einmal 50 Sitze extra, die momentan zum Pro-Euro-Block gehören. Das Austeritätsprogramm ist demnach nicht an seiner Plausibilität, sondern an seiner Umsetzung gescheitert.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Aktienstrategie: Coppock-Indikator

Die jährliche Netto-Rendite beim Coppock-Indikator angewendet auf ein DAX-ETF fällt mit 4.68% deutlich geringer aus als ursprünglich erwartet. Dies hängt aber vor allem damit zusammen, dass nur 4 Mal überhaupt in der Zeit von 1992 (September) bis 2012 (Mai) gehandelt wurde. Es ist also eine sehr zeitsparende Aktienstrategie. Wie bereits von mir im Artikel zum Coppock-Indikator hingewiesen wurde, sollte dieser Indikator keinesfalls alleinige Grundlage einer Investmententscheidung sein. Dennoch lohnt es sich ihn zu beobachten, vor allem in unsicheren Zeiten wie heute und im Bereich der Kaufentscheidung, da er hier deutlich treffsicherer ist als bei der Verkaufsentscheidung.
--> Coppock-Indikator (inkl. Backtests)

Mittwoch, 2. Mai 2012

Aktienstrategie: 200-Tage-Linie

Es sind ja in den letzten Tagen wieder vermehrt die möglichen Brutto-Renditen von verschiedenen Aktienstrategien hochgelobt worden. Da man letztendlich aber nur ein Netto in der eigenen Tasche wiederfindet, werde ich alle in meinem Blog aufgeführten Strategien auf diese reale Netto-Rendite hin untersuchen und die Backtests online zum Download anbieten!


Heute fertiggestellt: --> 200-Tage-Linie - Strategie