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Mittwoch, 29. Februar 2012

Selective Default - Aufstockung ESM

Standard and Poor's stuft nach dem jüngsten Vereinbarungen des IIFs und Griechenlands griechische Bonds auf SD (Selective Default - teilweiser Zahlungsausfall) herab. Damit können griechische Bonds nicht mehr länger als Sicherheit bei der EZB für weitere Kredite hinterlegt werden. Doch S&P hat bereits angedeutet nach dem erfolgreichen Schuldenschnitt Griechenland wieder heraufstufen zu wollen, da durch die dann geringere Schuldenlast ein weiterer Zahlungsausfall unwahrscheinlicher wird. 


Auch die momentan wieder heiß diskutierte Aufstockung des europäischen Rettungsfonds ESM würde seinen Beitrag dazu leisten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rückte in den vergangenen Tagen bereits von seinem Nein zum aufgestockten ESM ab. Die Zusammenlegung der beiden Fonds EFSF und ESM scheint als ziemlich sicher. Die momentane Obergrenze für beide Fonds zusammen beziffert sich auf 500 Mrd. €, IWF-Chefin Lagarde fordert mindestens 750 Mrd. €,damit der Internationale Währungsfonds sich auch angemessen am zweiten griechischen Rettungspaket beteiligen wird. Spekulationen reichen bis 2000 Mrd. €, wobei diese Summe wenn überhaupt durch entsprechende Hebel erreicht werden könnte, die aber auch schon bei der Aufstockung des EFSF im Herbst vergangenen Jahres in aller Munde waren und am Ende doch keine Rolle gespielt haben.

Freitag, 24. Februar 2012

Aktienmarkt Ausblick

Nun, wie wird es in den kommenden Wochen und Monaten weitergehen? Von deutscher Seite aus besteht relativ wenig Risiko, dass der Aufwärtstrend der letzten beiden Monate abbrechen wird. Dafür sprechen zum einen der weiterhin sehr gute Ifo-Geschäftsklimaindex und zum anderen die weltweit sehr gut aufgestellten DAX Unternehmen. Zudem befinden wir uns historisch betrachtet am Ende einer fünf Jahre andauernden Phase mit unterdurchschnittlichen Renditen (DAX Februar 2007 - ca. 7000 Punkte; DAX Februar 2012 - ca. 7000 Punkte). Nach solchen historischen Schwächephasen folgen häufig zwei Jahre mit überdurchschnittlichen Renditen. 


Dennoch müssen wir wachsam sein. Deutschland ist stark von den Nachfrageländern im Süden Europas abhängig. Eine dortige Abkühlung der Konjunktur würde auch uns unmittelbar treffen. Das am Montag von den Euro-Finanzministern beschlossene zweite Rettungspaket für Griechenland (130 Mrd. €) wird nicht das letzte sein. Auch wird Griechenland mit großer Wahrscheinlichkeit die für 2020 geplante Staatsverschuldung gemessen am BIP von 120% weit verfehlen. Wegen dieser schlechten Aussichten reduziert der IWF auch drastisch seinen Anteil am 2. Rettungspaket auf 13 Mrd. von ehemals 30 Mrd. € (1. Rettungspaket).


Die wesentlichen Einflussfaktoren für einen länger anhaltenden Aufwärtstrend sind ein starkes europäisches Wachstum, gekoppelt mit erfolgreich umgesetzten und wirkenden Reformen nicht nur in Südeuropa, sondern durchaus auch in Nord- und Mitteleuropa! Dem stehe ich pessimistisch gegenüber und deswegen gehe ich auch weiter von einem volatilen Markt aus. Spätestens bis zu den griechischen Wahlen im April werden wir den nächsten starken Rücksetzer erleben.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Aktienkurs Betrüger

Die Wirtschaftswoche (www.wiwo.de) hat mal wieder auf die vielen Betrüger hingewiesen, die sich an der Börse tummeln. Auch viele unseriöse Börsenbriefe sind dabei involviert:


--> http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/boersenbetrug-wenn-betrueger-die-aktienkurse-pushen/6215548.html


Ich kann mich dieser Warnung nur anschließen! Bleiben Sie wachsam, kaufen Sie nur solide Unternehmen und Unternehmen, deren Geschäft Sie verstehen.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Aktienstrategie - EUMA Indikator

Der Verkaufskurs steigt heute um 0.3€ auf 132.57€. Der Kurs der Volkswagen Aktie ist momentan sehr schwankungsanfällig, was ein weiteres Ansteigen des Verkaufskurses verhindert. Je nachdem welchen Trend Volkswagen in den kommenden Tagen einschlagen wird, passt sich die Entwicklung des EUMA Indikators entsprechend an. Eine Korrektur des Kurses wird schon seit geraumer Zeit erwartet und dürfte auch schmerzfrei überwunden werden. Erreichen wir jedoch die Marke von 132.57€ kann man sich auf weiter fallende Kurse einstellen. Heute schloss Volkswagen mit 142.45€.

Dienstag, 21. Februar 2012

Hilfspaket für Griechenland bewilligt!

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor der letzten Wochen bezüglich der zukünftigen Aktienmarktentwicklung ist nun gewichen. Die Euro-Finanzminister einigten sich in der Nacht von Montag zu Dienstag auf ein Hilfsprogramm in der Höhe von 130 Mrd. €. Die privaten Gläubiger sollen entgegen früherer Vereinbarungen 53,5% statt 50% ihrer Anleihen abschreiben. Zudem werden die Zinsen aus dem Hilfspaket für Griechenland an den EURIBOR gekoppelt und damit deutlich gesenkt. Die EZB sieht es außerdem vor, ihre Zinsgewinne mit griechischen Bonds an die nationalen Notenbanken auszuzahlen, welche wiederum ihren Gewinn an die jeweiligen Staatshaushalte weitergeben.


Die Überwachung der Troika, bestehend aus EU-Kommission, IWF und EZB soll nun noch intensiver werden. So soll zum Beispiel ein Sperrkonto für die Zinsen und Tilgung griechischer Anleihen geschaffen werden, welches außerhalb der griechischen Regierungsverantwortung liegt.


Inwieweit sich die griechischen Politiker und das Volk auf solche Maßnahmen einlassen ist nicht absehbar. Man darf aber von weiteren Massenprotesten ausgehen. Auch die im April anstehenden Wahlen stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Schäubles Vorschlag einer Absichtserklärung der Regierung und der Opposition, sich auch nach der Wahl an die Sparreformen zu halten, ist bis jetzt nicht umgesetzt worden. Gerade ein solcher Schritt würde weitere im Markt immer noch vorhandene Unsicherheit nehmen und für den DAX den Weg über die 7000er Marke frei machen. Die grundsätzlichen Probleme sind immer noch nicht gelöst und es besteht berechtigter Zweifel daran, dass diese schnell von Griechenland angegangen werden! Weiterhin ist Vorsicht geboten!

Samstag, 18. Februar 2012

Wie wichtig ist die Umsetzung der Sparpolitik in Europa?

Es besteht die einhellige Übereinkunft darin, dass die Verringerung der hohen Staatsschulden der meisten europäischen Länder (Deutschland miteinbezogen) genau wie im Privathaushalt nur durch eine bessere Ausgabenpolitik, d.h. gleichzeitige Verkleinerung der Etats mit Steigerung der Effizienz der eingesetzten Mittel, umzusetzen ist.
Kritiker der obigen Aussage verweisen auf die Unterschiedlichkeit zwischen dem Staatsgebilde und einem privaten Haushalt. Ein Staat ist immer in sich abhängig oder mit anderen Worten: Steigen die Steuern, sinken die Löhne und Gewinne der Unternehmen, sinken also auch der Konsum und die Investitionstätigkeit, was wiederum die Wirtschaft schrumpfen lässt. Letztendlich nimmt der Staat, so die Annahme, durch höhere Steuern in der Summe weniger ein als vorher.
Tatsächlich wirkt sich aber eine nachhaltige Fiskalpolitik nur kurzfristig negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Paradoxerweise steigt sogar nach den ersten Sparanstrengungen die Schuldenquote (Schulden als prozentualer Anteil des BIPs), weil zunächst einmal die Gesamtschulden überhaupt nicht verringert werden können, sondern nur die rasante Steigerungsrate. Man fährt also ein geringeres Haushaltsdefizit (die Maastrichter Verträge sahen maximal 3% vor) ein als in dem Jahr davor. Die Wirtschaftsleistung eines Landes sinkt jedoch meistens erst einmal um mehrere Prozent bis sich eine Sohle gebildet hat. Es ist unvernünftig es als negativ zu werten, wenn ein zuvor auf Pump finanziertes Land eine zwingende Korrektur seiner Wirtschaftsleistung erlebt. Der große Irrtum von dem oft ausgegangen wird, ist die Schuldenquote als Maßstab für die Finanzstabilität eines Staates heranzuziehen. 


Es wäre brandgefährlich nun die Sparpolitik in Europa aufzugeben. Es wäre ein reines Hinauszögern der immensen volkswirtschaftlichen, politischen und sozialen Verwerfungen auf ein zukünftiges Datum. Das geringere Übel ist es, jetzt entschieden sich den Problemen zu stellen mit der Zusicherung der EZB die Lage abzufedern. 


Uns sollten die gegenwärtigen Ereignisse bewusst werden lassen, wie wichtig ein geeintes Europa, wirtschaftlich wie politisch, für alle Menschen auf diesem Kontinent ist. Wir müssen weg von reinen nationalistischen hin zu europäischen Denkmustern. Nur gemeinsam schaffen wir die Bewältigung der aktuellen Krise und werden gestärkt daraus hervorgehen. In der multipolaren Welt von heute ist ein Europa mit einer Stimme so nötig wie nie zuvor!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Wird es Griechenland schaffen?

Momentan gestaltet sich der im April anstehende Wahlkampf als riesige Hürde. Das im griechischen Parlament bereits beschlossene Sparpaket über 3.3 Milliarden Euro könnte von einer neuen Regierung wieder ersatzlos gestrichen werden. Deshalb fordern die EU-Partner, allen voran der deutsche Finanzminister Schäuble, eine Absichtserklärung der regierenden Parteien und der Opposition, sich auch nach der Wahl an das beschlossene Sparpaket zu halten. Andernfalls könnte kein zweites Hilfsprogramm zur Verhinderung des finanziellen Ruins Griechenland von den anderen nationalen Parlamenten beschlossen werden. Die zweite und auch weniger wahrscheinlichere Lösungsvariante aus diesem Dilemma wäre die Wahlen zu verschieben. Vorbild in diesem Fall ist Italien, dessen Ministerpräsident Mario Monti ein Jahr gegeben wurde um Italien wieder auf Kurs zu bringen.


Am Montag den 20.02.2012 treffen sich die Euro-Finanzminister, um eine Entscheidung über die bisherigen griechischen Bemühungen zu treffen. Allgemein hin werden positive Beschlüsse erwartet, sodass am 27.02.2012 bereits die Bundestagsentscheidung über das nächste Hilfsprogramm fallen könnte.


Wir können nur darauf hoffen, dass die von allen griechischen Parteien betriebene Machtpolitik ein jähes Ende findet. Diese Parteien (v.a. Pasok, Nea Dimokratia, Laos) und das griechische Volk müssen sich der historischen Tragweite der Sparbeschlüsse bewusst werden. Es hilft nichts die Tatsachen und die Fehler der vergangenen Jahrzehnte einfach auszublenden und naiv für die Erhaltung des momentanen Lohnniveaus zu demonstrieren. Wesentlicher Faktor für das Wiedererreichen einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft ist die signifikante Lohnsenkung!



Montag, 13. Februar 2012

Aktienstrategie - EUMA Indikator

Der zweite Verkaufskurs steigt auf 132.24€. Dies ist die unterste Unterstützungslinie für den Kurs der Volkswagen VZ Aktie, die heute mit 144.4€ aus dem Handel gegangen ist. Sollten wir diese Marke erreichen, dürfte es noch weiter abwärts gehen. Bleiben wir gespannt! Griechenland sieht gut aus, ist aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Aktuelles Marktgeschehen

Momentan scheint dem Markt etwas die Puste ausgegangen zu sein. Bullen wie Bären sind in etwa gleich stark. Von einem nachhaltigem Abwärtstrend sind wir jedoch noch weit entfernt, dazu müssten wir vom heutigen Stand aus mehr als 6% verlieren. Es bietet sich daher auch keine günstige Einstiegsgelegenheit, wenn man nicht Gefahr laufen möchte zu teuer gekauft zu haben. Ich bin mir allerdings sicher, dass es in den nächsten Wochen immer wieder günstige Einstiegsmöglichkeiten geben wird, da wir im Bezug auf Griechenland noch einiges zu hören bekommen werden. 


Agieren wir also gemäß Kostolanys Sprichwort: 
"Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit."



Sonntag, 5. Februar 2012

Aktienmarkt-Ausblick 2012 (Fortsetzung)

4. Weiterhin wichtig wird die Entwicklung der Weltwirtschaft für den deutschen Aktienmarkt sein. Dabei spielen insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung der USA, die jüngsten Arbeitsmarktdaten zeigen ja durchaus Erfreuliches, und jene Chinas eine Rolle. Dem Wachstum des Reiches der Mitte wird schon länger eine Abkühlung vorhergesagt. Im Auge behalten sollte man neben der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung, die Inflationserwartungen und die Blasenbildung im Immobilienmarkt. Es dürfte davon ausgegangen werden, dass der chinesische Markt in den nächsten Jahren eher zwischen 5 und 10% wächst im Vergleich zu deutlich zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren. China ist zumindest für Deutschland der wichtigste Exportpartner, deshalb würde uns eine hohe Nachfrage nach deutschen Gütern ebenso positiv beeinflussen, wie ein Rückgang im negativen Sinne. 


5. Abzuwarten bleibt auch die Lage im Iran und die Frage, ob Amerika und/oder die Nato militärisch vorgehen werden. Momentan bildet sich als zweites großes Konfliktpotenzial neben dem möglichen Bau geheimer Atomwaffen die Sperrung der Straße von Hormus und somit eine bewusste Verknappung des Ölangebots heraus. Zudem dürften die revolutionären Bewegungen auf der arabischen Halbinsel weiterhin für Zündstoff sorgen.


Alles in allem wird der Markt weiterhin sehr volatil sein. Das heißt im Umkehrschluss, dass auch nur kurz- bis mittelfristige Aktienstrategien für den Anleger gewinnbringend sein werden. Es ist unbedingt davon abzuraten, Aktien zu kaufen und nicht weiterhin strategisch zu beobachten.


Suchen Sie bewusst Unternehmen mit großen Engagement in Schwellenländern möglichst mit Produkten die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nachgefragt werden (Energie, Nahrung usw.). Wichtig für den letztendlichen Entschluss ist eine momentane Unterbewertung des Kurses. 


Hier kommen folgende Aktienstrategien ins Spiel:
--> 38-Tage Durchschnitt
--> EUMA-Indikator
--> MACD
--> Relative Stärke




zurück zu Teil 1:
--> Aktienmarkt-Ausblick 2012 (Teil 1)



Samstag, 4. Februar 2012

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Freitag, 3. Februar 2012

Aktienmarkt-Ausblick 2012

Dazu müssen wir uns freilich erst einmal mit den Basisfaktoren auseinandersetzen. 


1. Für eine Entspannung der Lage sprechen die seit Wochen sinkenden Staatsanleiherenditen spanischer und italienischer Titel. Dies liegt daran, dass die europäischen Banken ihr im Dezember von der EZB geliehenes Geld im europäischen Raum angelegt haben. Der damalige 3-Jahres-Tender hatte ein Volumen von 500 Milliarden Euro, Italien muss 2012 nur ca. 330 Mrd. € neue Schulden aufnehmen, Spanien ca. 148 Mrd. €. Ende Februar dieses Jahres kommt zudem ein weiterer 3-Jahres-Tender mit unbegrenzten Volumen, erwartet wird jedoch ein Abruf von ca. 1000 Mrd. €. So wird der Effekt der Stabilisierung der Zinsentwicklung auf niedrigen Niveaus verstärkt. Damit gelingt es der EZB vollends durch den Umweg über die Geschäftsbanken den verbotenen direkten Kauf von Staatsanleihen solange wie möglich hinauszuzögern und die umstrittenen Tätigkeiten am Sekundärmarkt auf ein Minimum zu begrenzen.

2. In den nächsten Monaten wird sich abzeichnen, ob und inwieweit die Sparreformen in den Peripheriestaaten ihre Wirkung entfalten und wirtschaftlichen Schaden möglichst vermeiden können. Die ganze Zitterpartie um den Sparkurs, der wesentlich von der deutschen Regierung vorangetrieben wurde, hängt von diesen Ergebnissen ab. Kommt es zum wirtschaftlichen Abschwung sollte dies gewaltige Verwerfungen an den Märkten und einen immensen Vertrauensverlust in die Fähigkeit der Politiker die Probleme lösen zu können zur Folge haben.

3. In den nächsten Tagen entscheidet sich zudem, wie günstig die Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern auf einen teilweisen Verzicht der Schulden und eine Verringerung der jährlichen Zinsrate verlaufen wird. Den Fall, dass alle Verhandlungen bis auf weiteres auf Eis gelegt werden halte ich für sehr unwahrscheinlich. Beide Seiten haben daran kein besonderes Interesse.


Fortsetzung folgt:
--> Aktienmarkt-Ausblick 2012 (Teil 2)