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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Absicherung über Optionen - Strategie

Die Absicherung über Optionen, auch Hedging genannt, basiert darauf, dass man sich das Recht kauft, zu einem bestimmten Zeitpunkt Aktien zu einem festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Es handelt sich hierbei folglich um ein Termingeschäft.


Der Haken bei der Sache ist, dass dieses Optionsrecht einen bestimmten nicht zu unterschätzenden Betrag kostet. Beispiel: Man möchte aus einem bestimmten Grund seine Aktien behalten (ausstehende Dividendenzahlung usw.), jedoch vor eventuellen eintretenden Kursverlusten abgesichert sein. Dann kauft man sich eine Put-Option (Verkaufsoption, Call-Option = Kaufsoption). Sinkt der Kurswert tatsächlich, so schreibt man zwar einen Verlust in seinem eigenen Depot, kann diesen jedoch mit seiner Put-Option völlig ausgleichen. Der einzige Verlust, der entsteht ist die Optionsprämie. Steigt hingegen jeder Erwartung der Aktienkurs, dann kann man sein Optionsrecht einfach verfallen lassen und profitiert ansonsten voll an den Kursgewinnen. Auch hier muss man wieder die Optionsprämie als Verlust buchen. Bei starken Schwankungen, also in volatilen Märkten oder in Krisenzeiten, machen diese Optionen tatsächlich Sinn, die Optionsprämien sind dann jedoch auch teurer.


Die Nachteile dieses Instruments sind folgende:

  • eventuell gibt es momentan am Optionsmarkt (Eurex) keine Option für die entsprechende Aktien oder sie sind nur zu höheren Stückzahlen zu haben (ca. 100)
  • es gibt ganz bestimmte Laufzeiten und Verfallstage
  • der gewünschte Basispreis (sollte nahe dem aktuellen Börsenkurs liegen) ist nicht zu haben
  • zu der bevorzugten Option werden zu geringe Umsätze gehandelt, dadurch wird der spread (Differenz von Kaufs- zu Verkaufspreis) zu groß, und einem geht die ganze Rendite flöten.




Dienstag, 4. Oktober 2011

Linear gewichteter gleitender Durchschnitt - WMA

Linear gewichtete gleitende Durchschnitte werden genauso wie normale gleitende Durchschnitte dazu verwendet einen Durchschnitt einer Datentabelle zu berechnen. Jedoch gibt es einen erheblichen Unterschied im Bezug auf die Gewichtung der Daten. In der Regel werden dazu neuere Daten stärker gewichtet, als ältere Daten. Die neueren Daten haben also deutlich mehr Einfluss auf das letztendliche Ergebnis des Durchschnitts als ältere Daten.


Die Formel für den gewichteten gleitenden Durchschnitt (WMA - weighted moving average) sieht folgendermaßen aus:



Die "W" sind Gewichtungsfaktoren. Wählt man für W(n) = 1 dann hat dieser Gewichtungsfaktor den Einfluss, dass der letzte Zeitwert aus der Datentabelle, wenn Sie so wünschen der früheste Börsenwert, die geringste Gewichtung bekommt.
W(n-1) hat dann dementsprechend den Wert 2 usw. Wenn sie beispielsweise einen linear gewichteten gleitenden Durchschnitt über 10 Tage erheben wollen, dann ist ihr W(1) = 10 und ihr W(n) = 1.

Coppock Indikator - Strategie

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1992 (September) bis 2012 (Mai): 4.62%

Der Coppock Indikator, entwickelt in den 60ern von E. S. C. Coppock, hat den Anspruch Bodenformationen langfristiger Trends zu erkennen. Dazu eignet er sich auch ganz hervorragend, wie Beispiel ganz unten deutlich zu erkennen ist.

Anwendung:
Es wird immer ein DAX-ETF gekauft/verkauft, sobald der Coppock-Indikator folgende Kriterien erfüllt: 




Um eine signifikante Änderung der Trendrichtung feststellen zu können, muss sich der aktuelle Coppock-Wert um ca. 10% vom Vormonatswert unterscheiden.

Zunächst jedoch zur Berechnungsmethode dieses Indikators:
Kurz gefasst ist der Coppock ein linear gewichteter Durchschnitt von der Addition zweier unterschiedlicher langfristiger Momentums (hier zum Kapitel: Momentum)

Zunächst einmal wird ein Momentum auf 11 Monatsbasis und ein Momentum auf 14 Monatsbasis berechnet. Diese beiden werden miteinander addiert. Mit diesem Schritt wird die Aussagekraft jedes einzelnen Indikators geschwächt. Zeigen beide in unterschiedliche Richtungen gibt es einen Ausgleich. Zeigen beide in eine gemeinsame Richtung verstärken sich die Effekte.


Von dieser Summe wird schlussendlich ein linear gewichteter Durchschnitt (hier klicken) über 10 Monate erhoben. Fertig ist der Coppock Indikator.




Kaufs- und Verkaufssignale lassen sich mit dem Coppock Indikator relativ leicht bestimmen. Es wird immer dann gekauft, wenn der Coppock Indikator nach einem längeren Rückgang nach oben dreht. Es wird immer dann verkauft, wenn der Coppock Indikator nach einem längeren Aufstieg nach unten dreht.





Kaufs- und Verkaufssignal bei BMW nach dem Coppock Indikator
Aus der Erfahrung weiß man, dass ein Kaufsignal beim Coppock Indikator viel ernster genommen werden sollte als ein Verkaufssignal. Mit diesem Wissen lohnt es sich also für eine Kaufsentscheidung den Coppock Indikator heranzuführen für eine Verkaufsentscheidung ein anderes Kriterium. Aber auch ohne diese zweite Einschränkung hätte man im obigen Beispiel sagenhafte 85,2% Rendite in weniger als 1,5 Jahren erwirtschaftet. Legt man den Ausstiegszeitpunkt an anderen Kriterien fest, dann ist mehr möglich. Zum Beispiel das Erreichen einer bestimmten Renditemarke (20%), eventuelle charttechnische Umkehrformationen oder einfach die persönliche Meinung.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ Coppock - Strategie - DAX ETF
→ Coppock-Rendite - DAX 1992 bis April 2012

* nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren

Samstag, 1. Oktober 2011

Swingtrading - Handeln in Schwungphasen

Swingtrading ist im eigentlichen Sinne keine reine Aktienstrategie, vielmehr eine bestimmte Art und Weise an der Börse investiert zu sein. Der Name leitet sich vom Englischen swing (zu Deutsch Schwung) ab und verweist darauf, dass nur in sogenannten Schwungphasen investiert wird. Diese Phasen treten in jeder Marktlage auf, also sowohl in Trendphasen (aufwärts, abwärts) als auch in Seitwärtsmärkten. Der Anlagezeitraum reicht von einem Tag bis hin zu mehreren Wochen.


Die Entscheidung zum Kaufen und Verkaufen wird den Swingtradern von den Instrumenten der Technischen Analyse gegeben. Fundamentale Unternehmensdaten, wie zum Beispiel Gewinne und Umsatzsteigerungen, spielen nur eine untergeordnete Rolle. Instrumente der Technischen Analyse, die häufig eingesetzt werden, sind der MACD, die Relative Stärke, gleitende Durchschnitte (10/20/30 Tage) und exponentiell gleitende Durchschnitte.


Folgend sehen sie den Vergleich mehrerer idealer Swingtrades zu einem idealen langfristigen Investment. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
VW Vorzugsaktie im Verlauf Nov. 2010 bis Okt. 2011

Swingtrade Rendite im Vergleich zur Rendite eines langfristigen Invesments



Der eigentliche Ansatz dieser Investmenthaltung ist jener, dass man sich durch die hohe Fluktuationsrate der Investments einen überproportionalen Gewinn verspricht. In der Praxis ist wie immer dann das individuelle Können jedes Einzelnen gefragt.