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Samstag, 17. September 2011

Welche Steuern sind beim Aktienverkauf zu entrichten? - Eine Beispielrechnung


Wie schon vorhin erwähnt ist die Aktienrendite nicht gleich der Reingewinn. Lassen Sie uns einen konkreten Fall durchgehen, um Ihnen zu verdeutlichen wie viel Sie am Ende tatsächlich auf Ihr Konto überweisen können.

Gehen wir davon aus, dass Sie Volkswagen Vorzüge zu einem Preis von 100€ erstehen und bei 110€ wieder abstoßen. Sie machen offensichtlich 10% Aktienrendite. Davon gehen zunächst einmal 25% als Abgeltungssteuer direkt an den Fiskus (wird von den Banken einbehalten). Sie stehen also noch bei 7,5% Gewinn. Weiterhin besteht für alle Bundesbürger die Pflicht den Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Abgeltungssteuer zu bezahlen. Die Berechnungsgrundlage ist hierbei also nicht die Aktienrendite, sondern nur die Höhe der Abgeltungssteuer. Für alle Angehörige der evangelischen und katholischen Kirche ergibt sich zusätzlich ein Aufschlag von 8% Kirchensteuer (Baden-Württemberg, Bayern) bzw. 9% (alle übrigen Bundesländer). Ab hier wird es etwas komplizierter: Weil Sie die Kirchensteuer als Sonderausgaben absetzen können, gelten als Berechnungsgrundlage nicht die vollen 25% der Abgeltungssteuer, sondern nur 24,51% (bei 8% Kirchensteuer) bzw. 24,45% (bei 9% Kirchensteuer). Zusammengefasst zahlen Sie als Nichtangehöriger der beiden großen Kirchen 26.375% auf alle Kapitalertragsgewinne. Gehören Sie einer der Kirchen (katholisch, evangelisch) in Bayern oder Baden-Württemberg an zahlen Sie 28.34% und in allen anderen Bundesländern sogar 28.58%. Falls Sie keine Kirchensteuer bezahlen möchten, können Sie einfach aus der Kirche austreten. Ob Sie dies mit Ihrem Gewissen vereinbaren können, ist Ihnen selbst überlassen.


Dennoch gibt es einen Weg Ihre Kapitalertragsgewinne steuerfrei zu retten:

Jeder Bundesbürger kann sich einen Sparer-Pauschbetrag (Sparerfreibetrag) in der Höhe von 801€ pro Jahr, bei Ehepaaren dementsprechend 1602€, einrichten lassen. Jeder verdiente Euro oberhalb dieser Grenze wird dann steuerpflichtig (s.o.). Wer jedoch keinen Freistellungsauftrag bei seiner Depotbank aufgibt, dessen Kapitalertragsgewinne werden mit dem obigen Satz von 26.375% versteuert. Sofern Sie bei der Eröffnung ihres Depots angeben, dass sie Kirchensteuer abführen müssen/wollen wird diese automatisch mit abgebucht. Ansonsten sind Sie dazu verpflichtet dies innerhalb Ihrer Einkommenssteuererklärung zu tun.





Außerdem wichtig: 

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