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Mittwoch, 28. Dezember 2011

EZB überschwemmt Markt mit 500 Milliarden

Zur Vorbeugung einer sich abzeichnenden Kreditklemme der europäischen Geldinstitute konnten sich letzte Woche europäische Banken fast kostenlos bei der EZB für drei Jahr eindecken. Die Idee, Banken sind essentiell für das Wachstum einer Marktwirtschaft wichtig, weil sie Unternehmen ermöglichen über neue zukunftsträchtige Investitionen zu expandieren und ihren Umsatz zu steigern. Momentan schränken aber gerade diese Institute ihre Kredite an Unternehmenskunden massiv ein, um ihre eigenen Refinanzierungspläne zu erfüllen. Das würgt früher oder später jede Wirtschaft ab. 


Gerade in den Bilanzen der südeuropäischen Banken befinden sich zuhauf Staatsanleihen der PIIGS Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien). Droht einem dieser Länder die Staatspleite, kann es sehr teuer werden. Deshalb ist es möglich diese mit Hoch-Risiko-Papiere bei der EZB als Sicherheit oder Pfand für frisches Geld zu hinterlegen. Geht ein Staat pleite, muss die EZB die Risiken übernehmen und damit wird der Verlust sozialisiert. Außerdem hätte in einem solchen Szenario die EZB tatsächlich Geld gedruckt, solange das an die Banken ausgegebene Kapital nicht wieder in die EZB Bilanz zurückfindet.


Die Konditionen für 36 Monate Geld sind mehr als traumhaft: gerade einmal 1% p.a. solange sich der Leitzins nicht erhöht, und das wird er auch solange nicht, wie sich die Schuldenkrise hinzieht. Doch die Krux ist, dass der überwiegende Teil des geliehenen Geldes überhaupt nicht in die Realwirtschaft fließt, sondern tatsächlich bei der EZB geparkt wird, für gerade einmal 0.25%. Das ist nichts anderes als Geld zu verbrennen und spricht Bände darüber, wie hoch das Misstrauen zum einen gegenüber der Wirtschaftsentwicklung und zum anderen gegenüber anderen Banken ist.


Ein besonderes Finanzierungsmodell ist den Italienern eingefallen. Dort haben Banken extra eigene Anleihen ausgegeben, die sie bei der EZB als Sicherheit für neues Geld hinterlegen können. Normalerweise ist so ein Vorgehen nicht erlaubt und wird deswegen auch darüber umgangen, dass der italienische Staat für diese Anleihen bürgt. Folgen andere Länder diesen Beispiel ist es für Geldinstitute praktisch unbegrenzt möglich sich zu refinanzieren. 



Aktienstrategie - EUMA - START

Ich bin froh mitteilen zu können, dass ich nach viel Arbeit nun endlich mit meinem neuen Indikator online gehen kann. Wir werden sehen, ob er sich eignet den Marktdurchschnitt zu übertreffen, wo wir doch in einer Zeit leben, in der die eine Krisenmeldung der anderen die Klinke in die Hand gibt, in der drei riesige globale Wirtschafträume (Europa, USA, Japan) in die Knie gehen und die EZB kurz davor ist massiv südeuropäische Staatsanleihen zu kaufen und damit den Währungsraum mit Euros zu überschwemmen droht.


--> hier gehts zum: EUMA - INDIKATOR

Dienstag, 22. November 2011

Debatte über Euro-Bonds

Seit kurzem lehnt die Bundesregierung jetzt nicht mehr kategorisch gemeinsame europäische Anleihen ab. Dies kommt wahrscheinlich zum einen, weil alle anderen Instrumente schlecht oder nur sehr langsam vorankommen. Wir brauchen uns dazu nur einmal den EFSF anschauen. Vor über einem Monat wurde der 50% Schuldenschnitt für Griechenland und eine Hebelung über 1 Billion Euro beschlossen. Was ist davon bis jetzt umgesetzt wurden? Reichlich wenig!
Barroso fühlt sich schon seit Monaten dazu berufen, als Einführer der Eurobonds zu gelten und arbeitet deshalb auch kräftig an der Umsetzung.


Zunächst einmal ist der Vorschlag mit Sicherheit ein sehr gutes Ventil für die Eurokrise. Die Einführung von Eurobonds wäre in fast jeder Art und Weise eine mächtige Waffe, beherbergt aber genau wie diese auch erhebliche Risiken.


Doch zurück zu Barrosos drei Vorschlägen. Erstens zieht er eine gesamtschuldnerische Haftung aller Schulden der Eurozone in Erwägung. Nichts anderes also als die Einführung der berüchtigten Vereinigten Schulden von Europa. Konsequenz aus dieser Maßnahme wären ein plötzlich entstehender riesiger Anleihenmarkt mit dementsprechend geringen Zinsen. Diese würden zwar lange nicht so günstig sein wie deutsche mit ca. 2%, sie würden sich aber vermutlich auf ein erträgliches Maß einpendeln 3,5 bis 4%.


Die zweite Lösung besteht darin, das jene Anleihen nur die Schulden jedes Eurolandes bis zu einer bestimmten Schuldengrenze abdecken, beispielsweise jene 60% Staatsverschuldung vom BIP, die im Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union ursprünglich als Obergrenze vorgesehen waren. Darüber hinaus müssen alle Staaten ihre benötigten Kredite immer noch an ihrem eigenen Bondmarkt aufnehmen. Diese Idee beinhaltet den Vorteil, das zum einen eine hohe Bonitätsbewertung winkt, weil diese Eurostaatsanleihen im Falle der Insolvenz bevorzugt gegenüber anderen staatseigenen Anleihen behandelt würden, zum anderen würde der Anreiz seine Schulden auf diese Marke zu drücken nicht verloren gehen, da  man Eurobonds wegen ihres vermutlich geringeren Zinses eigenen Staatsanleihen vorziehen würde. Betrachtet man nun jedoch Deutschland würde eine solche Lösung zu erheblichen Mehrkosten führen, welche nur ausgeglichen werden könnten, wenn die profitierenden Staaten diese finanziell ausgleichen würden. Das hätte allerdings wieder eine höhere Schuldenaufnahme zur Folge, wodurch auch wieder der Zins für Euroanleihen steigen würde. Ein Nullsummenspiel also. Lässt man jedoch diese letzte Komponente weg, hätte es für Deutschland gegenüber der ersten Variante, der Eurobondabdeckung über die komplette Staatsverschuldung, den Vorteil, dass man zumindest einen Teil der zusätzlichen Zinsbelastung aussparen könnte.


Die dritte und damit auch letzte Möglichkeit ist zugleich die wahrscheinlichste. Hier geht es um sogenannte begrenzt gemeinschaftliche Schuldscheine mit anteiliger Haftung. Dies ist zugleich auch die einzige schnell umsetzbare Option im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise, weil die beiden ersten Varianten große Veränderungen der EU-Verträge als Folge haben. Aus Erfahrung zeigt sich, dass der vorherige Prozess der Vertragsveränderung kein geeignetes Mittel zur effektiven Bekämpfung der jetzigen Krise darstellt.
In diesem Fall würden zwar gemeinsame Euro-Bonds ausgegeben, jedoch anteilig dafür gehaftet. Das heißt jeder haftet letztendlich zu einem bestimmten prozentualen Anteil an jeder ausgegebenen Anleihe. Man würde somit gleichzeitig relativ hohe Sicherheit durch Länder wie Deutschland und Frankreich, mit zugleich hohem Anleihevolumen im Portfolio haben, ebenso jedoch mit geringerem Volumen Länder mit schlechterer Bonität (Mittelmeerstaaten).
Auch mit diesem Instrument gelingt es einen Anreiz zur verstärkten Haushaltskontrolle zu installieren. Ländern, die ihre Staatsausgaben nicht nachhaltig in den Griff bekommen und Reformpläne immer wieder aufschieben, kann damit gedroht werden, sie aus den Eurobond-Club für eine bestimmte Zeit herauszuwerfen.


Letztendlich zielen alle drei Vorschläge darauf ab, die gefährliche Marktdynamik am Anleihemarkt der letzten Monate zu unterbinden. Diese führte nämlich dazu, dass Sparanstrengung entgegen der Vernunft nicht zu einer besseren Bonität oder zumindest einem optimistischeren Ausblick geführt haben, sondern im Gegenteil die Bonität herabgestuft wurde mit der Begründung, dass Wirtschaft dadurch abgewürgt wurde. Das heißt, es droht zwangsläufig eine Verselbstständigung der Zinsentwicklung. Keine Sparprogramme führen ohne großes Nachdenken zu höheren Zinsen, wer jedoch Sparprogramme entwickelt, schwächt auch immer zu einem bestimmten Anteil damit die Wirtschaft, was zu geringeren Steuereinnahmen führt und somit wieder zu höheren Zinsen. Genau diesen Teufelskreis möchte man mit Eurobonds versuchen zu umgehen.


Bleiben wir gespannt, was die nächsten Wochen auf uns zukommen wird. Glaubt nicht an jene Euro-Demagogen, die von sich behaupten, die Wahrheit gepachtet zu haben!







Samstag, 19. November 2011

Sollte die EZB stärker in Italien intervenieren?

Führende Ökonomen plädieren für ein stärkeres Eingreifen der EZB zur Lösung der Schuldenkrise in Europa. Folgende Möglichkeiten werden besprochen: Ein deutliches Ausweiten der bisherigen Aktivitäten am Sekundärmarkt (Börse für Bonds) oder ein direktes Aufkaufen freigegebener Staatsanleihen.
Um die Finanzmärkte aber wirklich nachhaltig zu beeindrucken, müsste die EZB ihre unbegrenzte Interventionsbereitschaft signalisieren, ähnlich wie dies vor einigen Monaten schon die SNB (Schweizer Nationalbank) gegenüber dem Wechselkurs ihres Franken deutlich machen konnte (Kursuntergrenze 1,2CHF).

Umstritten ist zudem, ob tatsächlich große Aufkäufe der EZB geschehen müssen, oder ob allein die Ankündigung ausreicht, um die Renditen angeschlagener Peripherieländer zu senken.

Mir scheint es, dass Italien unter Mario Montis technokratischen Regierung auf einem guten Wege zur Stabilisierung seines Landes ist. Die Pläne zur Ausgabenkürzung, Steuererhöhung und zu Reformen am Arbeitsmarkt und zum Rentensystem sind bitter nötig. Wir sollten jedoch nicht allzu viele Resultate aus diesen Bemühungen in den nächsten Monaten erwarten, so etwas braucht Zeit. Wichtig ist vor allem, dass das italienische Parlament die Brisanz der Lage erkennt und den Plänen zustimmt, auch wenn sie schmerzhaft sein sollten.

Dies wird meiner Überzeugung nach allerdings nicht reichen. Die EZB wird sich früher oder später dazu gezwungen sehen, den Reformprozess des Landes noch stärker als bisher zu begleiten. Von den Finanzmärkten ist kurzfristig nicht erwarten, dass sie logisch und rational handeln, jeder ist erst einmal misstrauisch und um seine eigene Rendite besorgt. Vertrauen in Regierungen geht schnell verloren und kann umso schwerer wieder aufgebaut werden. Bis es soweit ist, sollte die EZB oder viel besser der neu geschaffene EFSF die Finanzierung oder zumindest teilweise Finanzierung des Landes übernehmen. Wie gesagt, der Reformprozess muss dabei in vollem Takt sein, es gibt nur Geld, sobald Fakten geschaffen wurden, ähnlich wie dies momentan auch in Griechenland passiert. Man könnte versuchen die Zinsen für italienische Bonds auf ein erträgliches Maß, in etwa 4.5%, zu drücken.

Das heißt zusammengefasst, eine vorübergehende Intervention der EZB mag sinnvoll sein, solange sie an klare Vorgaben geknüpft ist. Sobald der EFSF voll einsatzfähig ist, und das sollte möglichst schnell passieren, kann er diese Aufgabe dann übernehmen. Langfristig wird Kerneuropa, oder Euro-Europa nur mit einer gemeinsamen Wirtschafts- und Fiskalpolitik überleben bzw. weltweit von Bedeutung sein!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Absicherung über Optionen - Strategie

Die Absicherung über Optionen, auch Hedging genannt, basiert darauf, dass man sich das Recht kauft, zu einem bestimmten Zeitpunkt Aktien zu einem festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Es handelt sich hierbei folglich um ein Termingeschäft.


Der Haken bei der Sache ist, dass dieses Optionsrecht einen bestimmten nicht zu unterschätzenden Betrag kostet. Beispiel: Man möchte aus einem bestimmten Grund seine Aktien behalten (ausstehende Dividendenzahlung usw.), jedoch vor eventuellen eintretenden Kursverlusten abgesichert sein. Dann kauft man sich eine Put-Option (Verkaufsoption, Call-Option = Kaufsoption). Sinkt der Kurswert tatsächlich, so schreibt man zwar einen Verlust in seinem eigenen Depot, kann diesen jedoch mit seiner Put-Option völlig ausgleichen. Der einzige Verlust, der entsteht ist die Optionsprämie. Steigt hingegen jeder Erwartung der Aktienkurs, dann kann man sein Optionsrecht einfach verfallen lassen und profitiert ansonsten voll an den Kursgewinnen. Auch hier muss man wieder die Optionsprämie als Verlust buchen. Bei starken Schwankungen, also in volatilen Märkten oder in Krisenzeiten, machen diese Optionen tatsächlich Sinn, die Optionsprämien sind dann jedoch auch teurer.


Die Nachteile dieses Instruments sind folgende:

  • eventuell gibt es momentan am Optionsmarkt (Eurex) keine Option für die entsprechende Aktien oder sie sind nur zu höheren Stückzahlen zu haben (ca. 100)
  • es gibt ganz bestimmte Laufzeiten und Verfallstage
  • der gewünschte Basispreis (sollte nahe dem aktuellen Börsenkurs liegen) ist nicht zu haben
  • zu der bevorzugten Option werden zu geringe Umsätze gehandelt, dadurch wird der spread (Differenz von Kaufs- zu Verkaufspreis) zu groß, und einem geht die ganze Rendite flöten.




Dienstag, 4. Oktober 2011

Linear gewichteter gleitender Durchschnitt - WMA

Linear gewichtete gleitende Durchschnitte werden genauso wie normale gleitende Durchschnitte dazu verwendet einen Durchschnitt einer Datentabelle zu berechnen. Jedoch gibt es einen erheblichen Unterschied im Bezug auf die Gewichtung der Daten. In der Regel werden dazu neuere Daten stärker gewichtet, als ältere Daten. Die neueren Daten haben also deutlich mehr Einfluss auf das letztendliche Ergebnis des Durchschnitts als ältere Daten.


Die Formel für den gewichteten gleitenden Durchschnitt (WMA - weighted moving average) sieht folgendermaßen aus:



Die "W" sind Gewichtungsfaktoren. Wählt man für W(n) = 1 dann hat dieser Gewichtungsfaktor den Einfluss, dass der letzte Zeitwert aus der Datentabelle, wenn Sie so wünschen der früheste Börsenwert, die geringste Gewichtung bekommt.
W(n-1) hat dann dementsprechend den Wert 2 usw. Wenn sie beispielsweise einen linear gewichteten gleitenden Durchschnitt über 10 Tage erheben wollen, dann ist ihr W(1) = 10 und ihr W(n) = 1.

Coppock Indikator - Strategie

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1992 (September) bis 2012 (Mai): 4.62%

Der Coppock Indikator, entwickelt in den 60ern von E. S. C. Coppock, hat den Anspruch Bodenformationen langfristiger Trends zu erkennen. Dazu eignet er sich auch ganz hervorragend, wie Beispiel ganz unten deutlich zu erkennen ist.

Anwendung:
Es wird immer ein DAX-ETF gekauft/verkauft, sobald der Coppock-Indikator folgende Kriterien erfüllt: 




Um eine signifikante Änderung der Trendrichtung feststellen zu können, muss sich der aktuelle Coppock-Wert um ca. 10% vom Vormonatswert unterscheiden.

Zunächst jedoch zur Berechnungsmethode dieses Indikators:
Kurz gefasst ist der Coppock ein linear gewichteter Durchschnitt von der Addition zweier unterschiedlicher langfristiger Momentums (hier zum Kapitel: Momentum)

Zunächst einmal wird ein Momentum auf 11 Monatsbasis und ein Momentum auf 14 Monatsbasis berechnet. Diese beiden werden miteinander addiert. Mit diesem Schritt wird die Aussagekraft jedes einzelnen Indikators geschwächt. Zeigen beide in unterschiedliche Richtungen gibt es einen Ausgleich. Zeigen beide in eine gemeinsame Richtung verstärken sich die Effekte.


Von dieser Summe wird schlussendlich ein linear gewichteter Durchschnitt (hier klicken) über 10 Monate erhoben. Fertig ist der Coppock Indikator.




Kaufs- und Verkaufssignale lassen sich mit dem Coppock Indikator relativ leicht bestimmen. Es wird immer dann gekauft, wenn der Coppock Indikator nach einem längeren Rückgang nach oben dreht. Es wird immer dann verkauft, wenn der Coppock Indikator nach einem längeren Aufstieg nach unten dreht.





Kaufs- und Verkaufssignal bei BMW nach dem Coppock Indikator
Aus der Erfahrung weiß man, dass ein Kaufsignal beim Coppock Indikator viel ernster genommen werden sollte als ein Verkaufssignal. Mit diesem Wissen lohnt es sich also für eine Kaufsentscheidung den Coppock Indikator heranzuführen für eine Verkaufsentscheidung ein anderes Kriterium. Aber auch ohne diese zweite Einschränkung hätte man im obigen Beispiel sagenhafte 85,2% Rendite in weniger als 1,5 Jahren erwirtschaftet. Legt man den Ausstiegszeitpunkt an anderen Kriterien fest, dann ist mehr möglich. Zum Beispiel das Erreichen einer bestimmten Renditemarke (20%), eventuelle charttechnische Umkehrformationen oder einfach die persönliche Meinung.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ Coppock - Strategie - DAX ETF
→ Coppock-Rendite - DAX 1992 bis April 2012

* nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren

Samstag, 1. Oktober 2011

Swingtrading - Handeln in Schwungphasen

Swingtrading ist im eigentlichen Sinne keine reine Aktienstrategie, vielmehr eine bestimmte Art und Weise an der Börse investiert zu sein. Der Name leitet sich vom Englischen swing (zu Deutsch Schwung) ab und verweist darauf, dass nur in sogenannten Schwungphasen investiert wird. Diese Phasen treten in jeder Marktlage auf, also sowohl in Trendphasen (aufwärts, abwärts) als auch in Seitwärtsmärkten. Der Anlagezeitraum reicht von einem Tag bis hin zu mehreren Wochen.


Die Entscheidung zum Kaufen und Verkaufen wird den Swingtradern von den Instrumenten der Technischen Analyse gegeben. Fundamentale Unternehmensdaten, wie zum Beispiel Gewinne und Umsatzsteigerungen, spielen nur eine untergeordnete Rolle. Instrumente der Technischen Analyse, die häufig eingesetzt werden, sind der MACD, die Relative Stärke, gleitende Durchschnitte (10/20/30 Tage) und exponentiell gleitende Durchschnitte.


Folgend sehen sie den Vergleich mehrerer idealer Swingtrades zu einem idealen langfristigen Investment. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
VW Vorzugsaktie im Verlauf Nov. 2010 bis Okt. 2011

Swingtrade Rendite im Vergleich zur Rendite eines langfristigen Invesments



Der eigentliche Ansatz dieser Investmenthaltung ist jener, dass man sich durch die hohe Fluktuationsrate der Investments einen überproportionalen Gewinn verspricht. In der Praxis ist wie immer dann das individuelle Können jedes Einzelnen gefragt.









Freitag, 30. September 2011

Fibonacci Retracement

Fibonacci Retracements gehören mit Sicherheit zu den interessantesten und auch umstrittensten Werkzeugen der Technischen Aktienanalyse. Sie gehen auf die Fibonacci Folgen (entdeckt vom Mathematiker Leonardo Fibonacci) zurück die ein universales mathematisches Muster der Natur beschreiben. So findet man diese Folgen in dem Ausmaß der männlichen Bienenpopulation eines Bienenstaates oder in der Anordnung verschiedener Blütenmuster, usw. 


Die Fibonacci Folge sieht folgendermaßen aus:
0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, ...


Sie ergibt sich immer aus der Addition der zwei vorhergehenden Zahlen. 0 + 1= 1 ; 1 + 1 = 2 usw. usf.


Aus der empirischen Erfahrung zeigt sich, dass die Werte: 0,618; 0,382 und 0,236 ebenfalls Bedeutung im Verlauf von Börsenkursen haben.


Die obigen Werte ergeben sich aus der Division einer weiter hinten liegenden Fibonacci Zahl mit ihrer Vorgängerzahl/Vorvorgängerzahl/Vorvorvorgängerzahl.


Beispiele hierfür sind:




Nun versuchen wir diese Informationen in einen Chart einzubinden.
Dazu wählen wir zunächst einmal einen Hochpunkt und einen Tiefpunkt aus. Die Entscheidung bleibt an dieser Stelle relativ subjektiv. Die Spanne zwischen Hoch- und Tiefpunkt betrachten wir als 100%. Innerhalb dieser Spanne werden unsere drei neuen Fibonacci Kursniveaus eingebettet. Dabei entspricht 0,618 dann 61,8% usw. 


Fibonacci Retracement bei K+S


Ist der Kurs in der Nähe eines Fibonaccis Retracement entsteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass es entweder zu einer Trendwende oder zu einem starken Durchbruch an dieser Stelle kommt. Man betrachtet dabei die Berührung mit der Fibonacci Linie nicht als Kauf- bzw. Verkaufsignal, sondern als Alarmsignal. Es ist nun unbedingt von Nöten, dass man zusätzliche Kaufs-/Verkaufsindikatoren, wie den MACD, in den nächsten Tagen beobachtet.


Wie oben zu sehen ergibt sich nach der Berührung des Aktienverlaufs mit der 23,6% Fibonacci Linie ein Kaufsignal seitens des MACD Indikators bei 43,5€. Diese Position geben wir beim Wiedereintritt in den Bereich (38,2% bis 23,6%) wieder auf. Und das bei 47,75€. Das macht einen effektives Kursplus von 10%!



Bollinger-Bänder - Strategie

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1991 bis Ende 2011: 2.11%

Die Bollinger-Bänder bestehen aus 3 Linien. Die Mittlere davon ist der Mittelwert der Aktienkurse aus den letzten 20 Börsentagen. Die beiden anderen lassen sich aus der zweifachen Standardabweichung errechnen.
John Bollinger ging davon aus, dass die meisten Aktienkurse normalverteilt sind. Das bedeutet, dass sie dazu neigen um den Erwartungswert (hier der Mittelwert) gleichmäßig zu schwanken und es dabei um einiges wahrscheinlicher ist, in einem kleinen Abstand von diesem zu sein, als in einem großen Abstand. Um diese Wahrscheinlichkeiten bestimmen zu können muss man bestimmte Bereiche, in denen der Aktienwert pendeln kann, festlegen. Dieser Bereich, 2 Sigma Bereich (auch Standardabweichung/St.Abw.) genannt, umfasst nach Bollinger 95,4% aller Kursbewegungen.

Zur Berechnung des Sigma Wertes wird die Excel Funktion "STABW()" über die letzten 20 Börsenkurse benutzt.




Die Bollinger-Bände eignen sich nicht zwingend zur Bestimmung von klaren Kaufs- und Verkaufssignalen eines Wertpapiers, weil grundlegende falsche Annahmen getroffen wurden. So kann man eigentlich nicht davon ausgehen, dass ein Wertpapier sich grundsätzlich an die Regeln der Normalverteilung hält.



Bollinger-Bänder zum Kurs von BMW

Dennoch wollen wir folgendes festhalten:

Die Bollinger-Bände beanspruchen überhaupt nicht zukünftige Aktienkurse vorherzusagen. Vielmehr sind sie ein Werkzeug der Technischen Analyse zu Bestimmung von über- und unterbewerteten Aktien. Unterbewertet sind sie nach der technischen Analyse dann, sobald sie weiter als den 2 Sigma Bereich abrutschen, überwertet, sobald sie weiter als den 2 Sigma Bereich nach oben hin ausbrechen. Wenn eine Aktie unterbewertet ist, heißt das aber im Umkehrschluss noch Lange nicht, dass sie sofort wieder zu ihrem Normalkurs hin steigen wird. Diese Aktien können noch weiter fallen, weil zum Beispiel wirtschaftliche Daten explizit gegen die unternehmerische Ausrichtung des Aktienkonzerns sprechen. 

Deshalb merken wir uns:

Die Bollinger Bände sind ein interessantes Analyse Tool, dass man ähnlich wie das Momentum als zusätzliches Argument für eine Investmententscheidung anführen sollte, jedoch nicht unbedingt als alleinige Begründung.


* nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren


Für den obigen Backtest wurde die Strategie folgend abgeändert:

Es wurden Mittelwerte über 20 Tage von den High- und Low-Kursen genommen.

Die obere Grenze ergibt sich durch die Addition das Mittelwertes (High) und der zweifachen Standardabweichung der High-Kurse über 20 Tage.
Die untere Grenze ergibt sich durch die Subtraktion des Mittelwertes (Low) und der zweifachen Standardabweichung der Low-Kurse über 20 Tage.

Kaufsignal:  

Low (t-1) < untere Grenze (t-1)
Low (t) > untere Grenze (t)

Verkaufssignal:

High (t-1) > obere Grenze (t-1)
High (t) < obere Grenze (t)

Falls der Kurs nach dem Kaufzeitpunkt um mehr als 20% abrutscht, wird ein Stop-Loss (--> Erklärung) ausgelöst:


Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ Bollinger - Rendite 1991 bis Ende 2011
→ Bollinger - Rendite 2012_2013
→ Bollinger-Strategie DAX ETF 1991 bis Ende 2011
→ Bollinger-Strategie DAX ETF 2012_2013

*nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren

Mittwoch, 28. September 2011

Momentum - Strategie

Beschreibung:
Das Momentum ist eine weitere Größe der technischen Analyse. Es gibt Aufschluss über die Nachhaltigkeit von bestimmten Kursbewegungen und Trendumkehrungen.Es ist also ein Instrument der Zyklusanalyse eines Charts.


Die Berechnung ergibt sich aus der fortlaufenden Division des aktuellen Kurses mit dem vor 20 Tagen (in der Regel). Kaufs- und Verkaufsignale werden durch untere und obere Wendepunkte generiert. Jeder einzelne Kurswert gibt damit die prozentuale Entwicklung der betrachteten Aktie seit dem betrachteten Datum minus 20 Tagen an.


Wie lese ich das Momentum?


bestehender Aufwärtstrend beschleunigt sich: Momentum ist positiv und steigend
bestehender Aufwärtstrend verlangsamt sich: Momentum ist positiv und fallend


bestehender Abwärtstrend beschleunigt sich: Momentum negativ und fallend
bestehender Abwärtstrend verlangsamt sich: Momentum negativ und steigend







Der Indikator ROC (Rate of Change) ermöglicht eine prozentuale Bewertung des Momentums:


Fazit:
Das Momentum kann sicherlich als lohnender zusätzlicher Indikator verstanden werden, darf aber keinesfalls alleinige Grundlage irgendeiner Investmententscheidung sein. Zudem ist die Berechnungsgrundlage dazu mehr als zweifelhaft. Sie missachtet nämlich vollständig alle Kursentwicklungen zwischen dem aktuellen Kurs und dem vor 20 Tagen. Es wird so zwar ein ungefährer Trend angezeigt, man kann sich aber auch schon wieder in einer starken Abwärtsbewegung befinden. Ich empfehle deshalb das Momentum mit Vorsicht zu genießen und allenfalls als zusätzliches Argument für eine Investmententscheidung zu gebrauchen.


PS:
Das Momentum findet Anwendung in einer der Möglichkeiten die Relative Stärke einer Aktie zu berechnen.

Relative Stärke - RS und RSI

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1991 (Oktober) bis Ende 2011: 6.41%

Beschreibung:
Die Relative Stärke ist eines der wertvollsten Analysewerkzeuge der Technischen Analyse. Sie berechnet, wie stark sich Aktien entwickeln. Man geht auch hier von dem Ansatz "The Trend is your friend" aus. Solange ein Trend besteht ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er sich fortsetzt, als dass er sich umkehrt. Über diese Handelsstrategie lassen sich mit etwas Durchhaltevermögen enorme Gewinne realisieren.

Es gibt hauptsächlich 2 Möglichkeiten die Relative Stärke einer Aktie zu berechnen:


Erstens kann man die Performance einer bestimmten Aktie mit dem dazugehörigen Index (z.B. dem DAX) vergleichen. Dazu wird die Rendite einer Aktie auf 20-Tage-Sicht jeden Tag neu mit der 20-Tage-Rendite des dazugehörigen Index verglichen.


So könnte dies zum Beispiel in Excel aussehen:




Steigt die Relative Stärke über 1, heißt es zuschlagen:




Sinkt dieser Indikator wieder unter 1, heißt es abstoßen:


Innerhalb des grünen Bereichs würde man die Aktie halten, während der roten Phase abwarten.


Wie man an Hand des folgenden Charts erkennen kann, hat man zwar mit dieser Methode starke Gewinne im Juni und Juli einfahren können. Man müsste jedoch auch immer wieder kleinere Verluste erleiden.


Viel besser eignet sich deshalb die zweite und auch kompliziertere Möglichkeit die Relative Stärke einer Aktie zu bemessen. Vorhin verglichen wir die Renditeentwicklung einer bestimmten Aktie mit dem dazugehörigen Index, jetzt vergleichen wir die momentane Renditeentwicklung einer Aktie mit ihrer historischen Renditeentwicklung. Das Ergebnis ist der RSI (nach Wilder).

Im ersten Berechnungsschritt werden alle absoluten Kurssteigerungen (der Eurowert, nicht Prozent) zeitlich geordnet aufgelistet. Tage mit Verlust bekommen den Wert 0 zugeordnet für 0€ Kurssteigerung. Diese Tabelle nennen wir "h". Im zweiten Schritt werden alle absoluten Kursverringerungen zeitlich geordnet aufgelistet. Tage mit Gewinn bekommen den Wert 0 zugeordnet für 0€ Kursverringerung. Dafür verwenden wir den Buchstaben "r". Wichtig ist, dass die Werte immer positiv sind. In "h" finden wir alle absoluten Kurssteigerungen, in "r" alle absoluten Kursverringerungen. Das Resultat sieht in etwa so aus (Beispielhaft K+S vom 03.01.11 bis zum 27.01.11):


Von beiden Zeitleisten wird nun der EMA(27) (vorher sollten Sie sich unbedingt damit auseinandersetzen) mit n=27 berechnet. Der EMA(27) von "h" wird zu "H", der EMA(27) von "r" wird zu "R". Die einfache Relative Stärke (RS) setzt sich aus der Division dieser beiden Werte zusammen.
Ein RS-Wert von beispielsweise 1,6 bedeutet, dass der prognostizierte Kurszuwachs um 60% höher eingeschätzt wird, als die prognostizierte Kursverringerung.

Tatsächliche Kaufs- und Verkaufssignale ergeben sich jedoch erst mit dem Relative Stärke Index, dem RSI. Dieser normiert den RS zwischen 0 und 100. 


Der RSI zeigt den prozentualen Vergleich zwischen Auf- und Abwärtspotenzial einer Aktie an. Ist der Wert 80, dann ist das Aufwärtspotenzial zu 80% erschöpft und das Abwärtspotenzial nur zu 20% (100% - 80% =20%). Eine Trendumkehrung ist hierbei relativ wahrscheinlich.



Kaufs- und Verkaufsginale werden dabei nach folgendem Muster ausgelöst:

Im Bullenmarkt (gute Zeiten): Kaufen beim unteren Wiedereintritt in den Bereich 40 bis 80, verkaufen beim oberen Wiedereintritt in den Bereich 40 bis 80.

Im Bärenmarkt (schlechte Zeiten): Kaufen beim unteren Wiedereintritt in den Bereich 20 bis 60, verkaufen beim oberen Wiedereintritt in den Bereich 20 bis 60.

Für diejenigen, die nicht subjektiv entscheiden wollen in welcher Marktsituation man sich gerade befindet, habe ich folgende Regeln zusammengestellt (es wird keine Garantie für Gewinne übernommen):



Jeweils eine der drei oben genannten Bedingungen für Kauf- und Verkaufslevel trifft immer zu, dabei müssen die Bedingungen jeden Tag neu berechnet werden (s.o. Backtest). 

Beispiele:

Falls der Tiefstkurs der letzten 20 Börsentage kleiner ist als 0.95 * die aktuelle 200-Tage-Linie, dann liegt das aktuelle Kauflevel für den RSI bei 20. Falls dieser Tiefstkurs größer als 0.95 * die aktuelle 200-T-Linie, aber immer noch kleiner als die 200-T-Linie für sich allein betrachtet ist, liegt das Kauflevel bei 30. Das Kauflevel 40 für den RSI kommt nur in Frage, sobald der Tiefstkurs über der 200-T-Linie liegt. Ähnlich verhält es sich für die Verkaufslevel, dann dient jedoch der Höchstkurs der letzten 20 Börsentage als Berechnungsgrundlage (s. Grafik).

Vorteile:
Renditestarke Strategie (übertrifft den DAX), relativ einfach zu handhaben durch klare Einstiegs- und Austiegssignale.

Nachteile:
Für die meisten wahrscheinlich zu zeitaufwändig, weil der RSI jeden Tag beobachtet werden muss. Außerdem kommt es immer weider zu Fehlsignalen, sodass man bereit sein muss, auch Verluste hinzunehmen. Auf lange Sicht (5 bis 10 Jahre) überwiegen die Gewinne jedoch deutlich.

*nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren

Sonntag, 25. September 2011

MACD - Strategie

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1990 (November) bis 2012 (April): 3.68%

Anwendung:
Sie kaufen ein DAX-ETF, wenn der MACD auf Wochenbasis ein Kaufsignal gibt. Sie verkaufen wieder bei einem entsprechenden Verkaufssignal.

Beschreibung:
Die MACD - Strategie baut auf dem berühmten MACD Indikator, auch Moving Average Convergence Divergence, auf, welcher Börsentrends frühzeitig zu erkennen hilft. Dieser wurde 1979 von Gerald Appel vorgestellt und ist eines der wichtigsten Instrumente der Technischen Analyse. 
Die Berechnung des MACD selbst ist einfach. Es wird der langfristig exponentiell gleitende Durchschnitt vom kurzfristig exponentiell gleitenden Durchschnitt subtrahiert. Für das genauere Verstehen empfehle ich aber, sich zunächst mit exponentiell gleitenden Durchschnitten zu befassen.


Der nun berechnete MACD gibt an, ob ein Aufwärts- oder Abwärtstrend vorliegt. Der Aufwärtstrend definiert sich darüber, dass der kurzfristige Trend über dem langfristigen liegt. Der MACD wird damit positiv. Ein Abwärtstrend hat die genau umgekehrte Definition. Der MACD Wert ist also negativ.
Man könnte mit diesem Wissen schon Kauf- und Verkaufssignale bestimmen, nach dem Muster: Ist der MACD positiv, dann kaufen, sinkt der Wert wieder unter Null, dann verkaufen. Diese Methode ist jedoch um einiges ungenauer als die folgende.

Man berechnet zusätzlich den EMA[9] vom MACD. Damit können Trends innerhalb des MACD Verlaufs frühzeitig erkannt werden. Das funktioniert ähnlich wie bei den gleitenden Durchschnitten um einen normalen Aktienkursverlauf. Immer wenn der MACD von unten nach oben den exponentiell gleitenden Durchschnitt (EMA[9] vom MACD) durchbricht, wird ein Kaufsignal generiert, beim umkehrten Fall ein Verkaufssignal.


Fertig berechnet und in ein Diagramm eingebettet, schaut der MACD Indikator folgendermaßen aus. Der große Vorteil bei diesem Instrument der technischen Analyse ist seine Eindeutigkeit in der Signalgebung und seine Treffsicherheit. 


Vorteile:
Kurz zusammengefasst: äußerst renditeträchtige Strategie (Brutto) mit gleichzeitig relativ geringem Risikopotenzial. Dazu kommt ihre besondere Einfachheit, es werden keine weitergehenden mathematischen Kenntnisse benötigt!

Nachteile:
Der MACD Indikator muss einmal wöchentlich beobachtet werden um sich zwischen Kaufen, Verkaufen und Halten entscheiden zu können. Der MACD liegt nicht immer richtig. 2008 sank unser Vermögen auch mit dieser Strategie um -11,59% ein. Verglichen mit dem DAX ist das wenig (-40,2%), dürfte aber dennoch nicht ganz schmerzfrei gewesen sein. Darüber hinaus neigt der MACD wie alle Durchschnittsstrategien dazu, in Seitwärtsmärkten zu Fehlsignalen zu tendieren.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ MACD-Rendite - DAX 1990 bis Ende 2011
→ MACD-Rendite - DAX 2012_2013
→ MACD-Strategie - DAX ETF 1990 bis Ende 2011
→ MACD-Strategie - DAX ETF 2012_2013

* nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren

Samstag, 24. September 2011

Exponentiell gleitende Durchschnitte - EMA

Das Verfahren, der exponentiellen Glättung, eignet sich besonders stark für die kurzfristige Prognose von bestimmten Zeitwerten, zum Beispiel Aktienkursen. Es wird darüber hinaus vor allem gebraucht, wenn kein Muster oder Trend in der Entwicklung der Kurse erkennbar ist. Diese fehlende Systematik ist bei den meisten Aktienkursen der Fall und deshalb widmen wir uns folgend den exponentiell gleitenden Durchschnitten, den EMA.


Bei der Berechnung dieser Durchschnitte verfolgen wir den Ansatz, dass die gegenwärtigen Kurse immer auch von den historischen beeinflusst werden. Dieser Einfluss wird umso geringer desto ferner die Kurse in der Vergangenheit liegen. Ein eingebauter Glättungsfaktor sorgt zudem dafür, dass einzelne hohe bzw. tiefe Ausschläge über die Zeitreihe verteilt werden.

EMA[t] steht für den Wert des aktuellen exponentiell gleitenden Durchschnitts (z.B. für heute)
EMA[t-1] steht dementsprechend für den Wert des exponentiell gleitenden Durchschnitt von einer Zeiteinheit vor der aktuellen (z.B. gestern)
2/(n+1) ist der Glättungsfaktor, das n steht für die Tage, über die der EMA verteilt ist, wollen wir einen EMA für 26 Tage errechnen, so muss die Zahl 26 für n eingesetzt werden
C[t] ist der aktuelle Schlusskurs (C steht für Close)

Um das ganze einmal zu veranschaulichen sehen Sie unten eine Beispielrechnung für die EMA für 26, 12 und 9 Tage. Diese 3 speziellen EMA werden auch für die Berechnung vom MACD Indikator benötigt.
Der 1. Wert unserer EMA ist immer gleich dem 1. Schlusskurs der betrachteten Aktie. Ab dem 2. Wert unserer EMA setzt die obige Formel als Berechnungsgrundlage ein.



Folgend sehen Sie, wie der der EMA[9] vom 25.08.2011 bis zum 23.09.2011 um den Kurs der DAX-Aktie K+S verlief. Wie sie sehen, lassen sich keine genauen Kaufs- und Verkaufssignale ableiten. Dies gelingt dann jedoch um einiges besser mit dem MACD.



Montag, 19. September 2011

200-Tage-Linie Strategie oder gleitende Durchschnitte - GD

Durchschnittliche jährliche Netto-Rendite* von 1991 (Oktober) bis Ende 2011: 7.09%

Anwendung:
Es wird immer dann ein DAX-ETF gekauft, wenn die 200-Tage-Linie des gleitenden Durchschnitts von oben nach unten durch den Kursverlauf des DAX schneidet. Kreuzt wiederum der Kursverlauf von oben nach unten durch die 200-Tage-Linie wird ein Verkaufssignal generiert. Die Kaufs- und Verkaufssignale werden jedoch zunächst einmal eingefroren. Nur wenn innerhalb der nächsten drei Tage kein gegenläufiges Signal angezeigt wird, gilt es als bestätigt und der Order wird ausgeführt.

Beschreibung:
Die 200-Tage-Linie ist einer der populärsten Indikatoren in der Börsenwelt. So verhalf sie Anlegern 2008 zu einem völlig verlustfreien Jahr, denn kein einziges Mal wurde ein Kaufsignal generiert. Angesicht der horrenden Verluste des DAX von über -40% erscheint diese Strategie glorreich. Doch warum wählt man nun eine Durchschnittslinie als Indikator für Kauf- und Verkaufsorders? Dies hat damit zu tun, dass sie zu den trendfolgenden Indikatoren gehören. Entwickelt sich der deutsche Aktienindex gut, macht diese Bewegung auch die 200-Tage-Linie mit, jedoch verzögert. Dadurch ergeben sich wunderbare Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten.

Vorteile:
Es lassen sich mit dieser Trendstrategie hervorragend Gewinne in starken Aufschwungphasen mitnehmen, so wie es in der Hausse von 2003 bis Ende 2007 der Fall war. Verluste hingegen können bei starken Abwärtsbewegungen erfolgreich vermieden werden, siehe 2008.

Nachteile:
Leider bilden gleitende Durchschnitte in Seitswärtsmärkten viele Fehlsignale, vor allem wenn diese volatil (stark schwankend) sind. Dies führt zu minimalen Verlusten und Gewinnen. Auf Grund der Ordergebühren wird es jedoch dann öfter zum Minusgeschäft. Außerdem kann es passieren, dass wir viele Male im Jahr zum Handeln aufgefordert werden, wenn der DAX und die 200-Tage-Linie sich oftmals überkreuzen. Diese Strategie zahlt sich vor allem in eindeutigen Trendphasen aus. Während wirtschaftlicher Unklarheit, muss man sie mit Vorsicht genießen.

Einsicht in die Backtests erhalten Sie hier:
→ GoogleDrive

* nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Börsengebühren 

Stop-Loss-Strategie

Durchschnittliche jährliche Rendite von 1989 bis 2009: 9,2%

Anwendung:
Jedes Jahr wird ein DAX-ETF (Exchange Traded Fund) gekauft. Man setzt als absolute Verlustgrenze -10%. Erreicht der DAX während des laufenden Jahres diese Grenze, so wird das ETF verkauft und bis zum Neujahrestag auf das Reinvestment verzichtet. Wenn nicht, wird ausgehend vom neuen Jahresanfangskurs der Stopp auf -10% gelegt.

Beschreibung:
Eine alte Börsenweisheit besagt „Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen“. Genau dies wird mit der Stop-Loss-Strategie umgesetzt. Viele Anleger lassen ihre Investments oftmals zu lange und zu tief in die Verlustzonen laufen, bevor sie sich zum Handeln gezwungen fühlen. Gefühle führen meist zu fehlerhaften Entscheidungen. Man sollte möglichst versuchen, seine Strategie an eindeutige mathematische Kriterien zu binden. Ein Stopp-Loss kann dabei von elementarer Bedeutung sein.

Vorteile:
In wirtschaftlich guten Zeiten partizipiert man an extremen Gewinnrenditen, weil nach oben keine Grenzen gesetzt werden. Zudem schont man seine Nerven während Rezessionen und Depressionen. Das Prinzip der Strategie ist einfach und klar verständlich, der Zeitaufwand nur minimal.

Nachteile:
In Jahren, in denen die 10%-Trigger-Linie (Auslöserlinie) überschritten wird, kann es passieren, dass sich der DAX bis Ende des Jahres wieder erholt. Von dieser Erholung kann man dann nicht profitieren. So geschah es 2003 und 2009. Zudem muss man darauf gefasst sein, über Jahre hinweg mit -10% nach Hause gehen zu müssen. Zuletzt war dies der Fall von 2000 bis Ende 2003 (4 Jahre). Auf längerfristiger Basis dürfte man aber auch mit dieser Strategie sein Vermögen mit überdurchschnittlichen Renditen aufbauen können.